"Im Rahmen einer Dringlichkeitssitzung haben Bürgermeister und SVP-Räte der Gemeinde Waidbruck die Kompetenzen im Zivilschutzdienst an die Feuerwehr Klausen übertragen.Bereits vor Sitzungsbeginn protestierten Bürger mit Fackeln und Plakaten gegen die geplante Auflösung der Feuerwehr Waidbruck. Durch diesen sichtbaren Protest und die Intervention der Freiheitlichen Gemeinderäte konnte dieses absurde Vorhaben schließlich auch verhindert werden.Bürgermeister und SVP-Gemeinderäte sprachen sich in einem weiteren Beschluss jedoch dafür aus, die Kompetenzen im Zivilschutzdienst an die Feuerwehr Klausen zu übertragen. Als Begründung wurde angegeben, dass die Feuerwehr Waidbruck keinen genehmigten Haushalt hat und somit angeblich handlungsunfähig sei. Einen diesbezüglichen Gesetzesartikel konnte weder der Bürgermeister noch der Gemeindesekretär zitieren.Im Laufe der Gemeinderatsitzung kam auch klar zum Ausdruck, dass gar keine Belege fehlen, sondern lediglich die Rechtmäßigkeit einiger Belege angezweifelt wird. Dabei geht es u.a. um Ausgaben für den Ankauf eines Adventkranzes bei der Frauenrunde, Ausgaben für den Verleih eines Hühnergrills bei einer Festveranstaltung und die Kosten für ein Konzert der Musikkapelle Waidbruck. Für diese Ausgaben gibt es keine Steuerquittung und die vorgelegten Eigenerklärungen werden vom Bürgermeister nicht akzeptiert. Der Bürgermeister übt sich in „Erbsenzählerei“ und setzt damit die Sicherheit der Dorfbevölkerung aufs Spiel. Die angekreideten „Missstände“ stehen jedenfalls in keinem Verhältnis zu den Maßnahmen, welche der Bürgermeister und die SVP-Gemeinderäte getroffen haben oder gar treffen wollten.Durch den gefassten Ratsbeschluss wurde ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen. Zum einen gibt es in Waidbruck weiterhin eine voll funktionsfähige Feuerwehr und zum anderen verbietet der Bürgermeister dieser Feuerwehr in Notfällen einzuschreiten. Eine äußerst bedenkliche Situation, welche sicherlich nicht zum Wohl der Dorfgemeinschaft ausgelegt werden kann. Auch die kürzlich getätigte Aussage des Bürgermeisters in einem Fernsehinterview „er wisse auch nicht, wer im Brandfall ausrückt“ zeugt einmal mehr von seiner verantwortungslosen Haltung gegenüber der eigenen Dorfbevölkerung.Es ist anzunehmen, dass bei einem größeren Schadensereignis seitens der Behörden Ermittlungen aufgenommen werden. Wenn sich dabei herausstellt, dass durch ein frühzeitigeres Eingreifen der Feuerwehr größere Schäden hätten verhindern werden können, werden sich jene Personen rechtfertigen müssen, die der Feuerwehr Waidbruck das Verbot der Hilfeleistung auferlegt bzw. es mitgetragen haben. Die vom Gemeinderat getroffene Entscheidung entbehrt jeder Logik und steht zudem im krassen Widerspruch zum Gutachten des Bezirksfeuerwehrverbandes, welches der Feuerwehr Waidbruck bescheinigt, den gesetzlichen Auftrag stets ordnungsgemäß und zur Zufriedenheit der Betroffenen ausgeübt zu haben.Es kann deshalb nicht sein, dass ein so wichtiger Dienst aufgrund ungerechtfertigter Anschuldigungen und uferlos ausgelebtem Bürokratismus einzelner Beamter blockiert wird. Es stellen sich die berechtigten Fragen: was wollten Bürgermeister und SVP-Gemeinderäte mit dieser Maßnahme erwirken? Haben sie ihre Entscheidung zum Wohle der Dorfbevölkerung getroffen? Gab es wirklich keine Möglichkeit, dass die Feuerwehr Waidbruck auch weiterhin für die Sicherheit im Dorf zuständig bleibt? Fragen, auf welche die Bevölkerung ein Recht auf Antworten hat.Der Gemeinderat täte gut daran, in einer weiteren Dringlichkeitssitzung die gefassten Beschlüsse sofort zu widerrufen und die Feuerwehr Waidbruck umgehend in die Lage zu versetzen, dass sie ihren wertvollen Dienst für die gesamte Bevölkerung wieder uneingeschränkt ausüben kann. Es wurden bereits Schritte in die Wege geleitet, um die gefassten Gemeinderatsbeschlüsse auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen bzw. ein mögliches Fehlverhalten von Gemeindeverwaltern feststellen zu lassen.Im Rahmen der Diskussion während der Gemeinderatsitzung wurde vom Bürgermeister die Aussage, „das ist mir scheißegal“ getätigt. Gemeindereferentin Waltraud Hofer sagte: „was zählen schon Minuten“. Derartige Aussagen zeugen von Niveaulosigkeit und von der Geringschätzung gegenüber der verantwortungsvollen Aufgabe aller Freiwilligen Feuerwehren in unserem Land.Solche Gemeindeverwalter sollten deshalb ernsthaft darüber nachdenken, ob sie für ihre bezahlten Ämter in der Gemeinde noch tragbar sind und ihren persönlichen Rücktritt anbieten."Norbert MerlerGemeinderat und Fraktionssprecher der FH