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Artikel vom 19. Mai 2012
Die Ärzte im Krankenhaus von Brindisi haben den Tod einer zweiten Schülerin dementiert. Die 16-Jährige werde einer Operation unterzogen, ihr Zustand sei kritisch, aber stabil, berichteten die Ärzte.
Zwei Gasflaschen sollen die Explosionen vor der Schule verursacht haben. Sie explodierten um 7.45 Uhr, als die Schüler des Modeinstituts – überwiegend Mädchen – zum Unterricht kamen.
Die Sprengsätze wurden unweit einer Mauer vor der Schule gefunden, berichteten die Ermittler. Sie gehen davon aus, dass die Schule das Ziel des Attentats war. Alle Schulen in Brindisi wurden evakuiert.
Die Verletzten wurden sofort ins Spital eingeliefert. Das Schulgebäude wurde geräumt und das Gelände um die Schule gesperrt.
Hintergründe des Anschlags noch unklar
Der Bürgermeister von Brindisi, Cosimo Consales, macht die Mafia für den Anschlag verantwortlich. „Es handelt sich um einen Angriff der organisierten Kriminalität ohne Gleichen“, kommentierte er.
In den letzten Wochen war es in Brindisi unter anderem zu einem Anschlag auf den Präsidenten einer Organisation gekommen, die das Phänomen der Mafia-Erpressungen bekämpft.
Am Samstag wurden in Brindisi die Teilnehmer eines Anti-Mafia-Marsches erwartet, die am 11. April in Rom gestartet waren. Der Marsch steuert verschiedene italienische Städte an.
Die Schule ist nach der Ehefrau des Mafia-Jägers Giovanni Falcone benannt – beide starben vor 20 Jahren bei einem Anschlag auf Sizilien.
Innenministerin: „Grausamkeit ohne Gleichen“
Die italienische Innenministerin Annamaria Cancellieri bezeichnete den Anschlag einen Akt von „Grausamkeit ohne Gleichen“. Die Hintergründe des Anschlags seien noch unklar. „Es gibt viele Hypothesen, aber keine Sicherheit“, so die Ministerin. Man könne noch nicht feststellen, dass es sich um einen Mafia-Anschlag handle.
Maria Falcone, Schwester des vor 20 Jahren ermordeten Mafia-Jägers Giovanni Falcone, sprach von einer Attacke gegen den Staat.
apa/dpa