Nachdem mindestens sechs Menschen am Wochenende in Norditalien durch Lawinen in den Tod gerissen worden sind, will die Regierung strenge Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreifen.
Überlegt werden Haftstrafen für Personen, die Lawinen auslösen, durch die Menschen getötet werden. 5.000 Euro Strafe sind für Skifahrer vorgesehen, die bei gefährlichen Bedingungen abseits der Pisten unterwegs sind. Die Maßnahmen sollen demnächst vom Senat in Rom verabschiedet werden.
Auf diese Weise reagierte die Regierung Berlusconi auf einen Appell des italienischen Zivilschutzchefs Guido Bertolaso. Zu viele Menschen würden wegen des verantwortungslosen Verhaltens von Bergsteigern und Skifahrern ums Leben kommen, die die Lawinengefahr ignorieren.
Viele Bergrettungsmannschaften müssten sich in gefährliche Situationen begeben, um verantwortungslose Skifahrer in Sicherheit zu bringen, kritisierte Bertolaso.
Reinhold Messner: "So wird der Alpinismus kaputt gemacht"
„Eine hysterische Reaktion“, kommentierte Extrembergsteiger Reinhold Messner die Pläne der Regierung, die Auslöser von Lawinen künftig hart zu bestrafen. Mit derartigen Gesetzesinitiativen werde „dem Alpinismus der Garaus gemacht“, meinte der „König der Achttausender“, wie der 65-Jährige mit Blick auf seine Bergsteiger-Erfolge genannt wird.
Jeder Bürger trage eine Verantwortung gegenüber den anderen, „auch die, die Bergsport betreiben“, sagte Messner. Dafür brauche man kein neues Gesetz, sondern viel mehr eine bessere Aufklärung darüber, „wo Tourismus aufhört und wo professioneller Bergsport anfängt."
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