Werbung - Redaktion - Montag, 21. Mai 2012
11. März 2010
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Chronik

Bologna-Konferenz: Minister tagen - Studenten protestieren

Den gemeinsamen europäischen Hochschulraum zur Realität erklärt hat Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) zur Eröffnung der zweitägigen Jubiläums-Konferenz zum zehnjährigen Bestehen des neuen Bologna-Studiensystems am Donnerstag in Budapest.

Während die Wissenschafts- bzw. Bildungsminister aus den 46 am Bologna-Prozess teilnehmenden europäischen Länder noch in Ungarn tagten, protestierten in Wien zwischen 2.000 (Polizei-Angaben) und 3.000 (laut Hochschülerschaft) Studenten gegen Bologna.

Der „Bologna-Prozess“ hat die Schaffung eines europäischen Hochschulraums bis 2010 zum Ziel.

Der Grundstein dafür wurde im Jahr 1999 gelegt, als die Bildungsminister von 29 europäischen Ländern die Bologna-Erklärung unterzeichneten, darunter auch Österreich. Zum Zehn-Jahr-Jubiläum wird die Konferenz in Budapest und Wien veranstaltet.

Zum Auftakt der Veranstaltung wurde Kasachstan als 47. Mitgliedsland im Bologna-Prozess aufgenommen.

Die Chancen für junge Menschen stünden im Mittelpunkt der Bologna-Idee, betonte Karl. Für sie ist der gemeinsame Hochschulraum „ein Eckpfeiler der Zukunft Europas und damit auch unserer Länder“.

„Der Bologna-Prozess hat bedeutend mehr Vorteile gebracht als Probleme verursacht“, erklärte der ungarische Bildungsminister Istvan Hiller. Die positiven Auswirkungen würden in den kommenden Jahrzehnten spürbar werden.

Für die deutsche Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat der europaweite Hochschulreformprozess „enorm viel bewegt“.

Donnerstag Nachmittag übersiedeln die Kongress-Teilnehmer nach Wien, wo am Abend ein Fest in der Hofburg und am Freitag eine Arbeitssitzung stattfinden. Die protestierenden Studenten wollten den Ministern unter dem Motto „Bologna Burns“ einen heißen Empfang bereiten und auch mit Straßenblockaden den Zugang zur Hofburg erschweren.

Die Hofburg wurde von der Polizei allerdings großräumig abgesperrt und auch die Teilnehmerzahlen bei der Demonstration blieben vorerst hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück, die mit 10.000 bis 15.000 Teilnehmern gerechnet hatten.

Die Aktion wird von 63 Organisationen unterstützt, darunter die HochschülerInnenschaft (ÖH) oder die Globalisierungskritiker von Attac. Auch Grüne Politiker wie die Bildungs- und Wissenschaftssprecher Harald Walser und Kurt Grünewald mischten sich unter die Demonstranten.

Beim Demo-Zug waren Transparente wie „Morbus Bologna. Widerstand schützt“, „Burning University. Make Bologna History“, „Fick die Uni, fick den Staat, fick Kapitalismus“ oder einfach „Bologna stinkt“ zu lesen. Die Sprachen bei der Auftaktkundgebung waren bunt gemischt. Zu hören waren Teilnehmer u.a. aus Italien, Spanien, Deutschland, Serbien, Griechenland, Frankreich und der Türkei.

Nach der Auftaktkundgebung wollen die Studenten über die Mariahilfer Straße und die ehemalige 2er-Linie zum Hauptgebäude der Universität Wien und von dort zum Burgtor ziehen.

Dort soll gegen 18.00 Uhr die Abschlussveranstaltung stattfinden, anschließend wollen die Demonstranten durch Straßenblockaden den Ministern den Weg in die Hofburg versperren.

apa


Video: Bologna: Minister tagen - Studenten demonstrieren
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