Werbung - Redaktion - Mittwoch, 16. Mai 2012
18. Oktober 2011
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Chronik

Caritas warnt vor zunehmender Armut in Italien

Immer mehr italienische Familien stürzen unter dem Druck der Wirtschaftskrise in die Armut. Im Zeitraum 2007-2010 sei die Zahl der Menschen, die sich um finanzielle Hilfe an die Caritas wandten, um 19,8 Prozent gewachsen.

Im Süden wurde sogar ein Plus von 69,3 Prozent gemeldet. 13,8 Prozent der Bevölkerung, 8,27 Millionen Personen, seien arm, geht aus einem neu veröffentlichten Caritas-Bericht hervor.

Die Zahl der Italiener, die sich an das karitative Werk um Hilfe wandten, sei seit 2007 um 42,5 Prozent gewachsen, bei den Ausländern wurde ein Plus von 13,9 Prozent registriert.

70 Prozent der Menschen, die bei der Caritas um Hilfe bitten, seien Ausländer, die meisten von ihnen Männer im Alter zwischen 25 und 44 Jahren, die allein in Italien leben.

In 66,4 Prozent der Fälle seien sie arbeitslos, in 62,5 Prozent der Fälle würden sie in Armut leben. Die Caritas verteilt täglich 16.514 Mahlzeiten pro Tag, das sind sechs Millionen im Jahr.

Vor allem Jugend stark betroffen

Wegen der Krise haben immer mehr Menschen Probleme mit ihrer Wohnung. In vier Jahren sei die Zahl der Personen um 23,6 Prozent gestiegen, die bei der Caritas wegen Unterkunftsproblemen anklopfen.

Auch Jugendliche seien von der Armut schwer belastet. 20 Prozent der Menschen, die bei der Caritas um Hilfe bitten, sind jünger als 35 Jahre. Zwischen 2005 und 2010 sei die Zahl der Jugendlichen, die sich an die Caritas-Strukturen wenden, um 59,6 Prozent gestiegen. 76 Prozent von ihnen gehen keiner Arbeit nach und lernen auch nicht.

„Es ist unbestreitbar, dass die Jugendlichen den höchsten Preis für diese Krise zahlen. Immer mehr von ihnen schlittern nicht nur im Süden in die Arbeitslosigkeit. 40 Prozent der jungen Ausländer verlassen die Schule, ohne einen Abschluss zu erreichen“, so Vittorio Nozza, Direktor der italienischen Caritas.

Lediglich ein Drittel der Jugendlichen verbessere ihre soziale Lage gegenüber den Eltern, die Hälfte bleibe im sozialen Geburtsmilieu, ein Teil verschlechtere sogar sein soziales Umfeld.

Der Sekretär der italienischen Bischofskonferenz, Mariano Crociata, warnte, dass die Armut auch durch die Unfähigkeit vieler Menschen bedingt sei, auf einen bestimmten Lebensstil zu verzichten. Viele Familien seien verschuldet, weil sie auf den gewohnten Konsum nicht verzichten könnten. 




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