ENI-Chef: Gasversorgung nur bis Mittwoch gesichert
Italien friert nach dem ungewöhnlich starken Wintereinbruch weiter – und befürchtet jetzt auch Gasengpässe wegen gedrosselter Lieferungen aus Russland.
Am Montag gingen überall im Land von Soldaten unterstützte Aufräumarbeiten weiter. In Rom und zahlreichen anderen Städten blieben die Schulen und Behörden geschlossen.
Einige Gemeinden waren wegen der großen Schneefälle vom Wochenend noch von der Außenwelt abgeschnitten, Zehntausende Menschen waren in Mittelitalien weiterhin ohne Strom.
Nach dem Schneeschaos auf vielen Straßen beruhigte sich die Verkehrslage aber.
Nach einem Rekordverbrauch von 440 Millionen Kubikmeter Gas an einem Tag befürchtet der Energieriese Eni bei anhaltender sibirischer Kälte Engpässe vom Donnerstag an.
„Von Russland und der Ukraine (dem Gas-Transitland) erhalten wir 25 bis 30 Prozent weniger Gas, und das gerade jetzt“, sagte Eni-Chef Paolo Scaroni der Zeitung „La Stampa“.
Bis Mittwoch werde es keine Versorgungsprobleme geben, weil die Importe aus Algerien und Nordeuropa erhöht worden seien.
Für die Haushalte werde es in der zweiten Wochenhälfte auch in einem Ernstfall keine Probleme gebe, man arbeite an einem Notstandsplan.
Auch Industrieminister Corrado Passera bestätigte die Schwierigkeiten. „Die Situation ist bestimmt kritisch, weil die Gaslieferungen aus Russland und Frankreich gesunken sind, die Lage wird aber genau überprüft“, erklärte der Minister.