Werbung - Redaktion - Mittwoch, 16. Mai 2012
24. Januar 2012
Die LKW-Fahrer versperren Zufahrten zu Autobahnen © 2012 APA/EPA Die LKW-Fahrer versperren Zufahrten zu Autobahnen
Chronik

Frächterstreik sorgt für Chaos – Fernfahrer überfahren

Ein Frächterprotest, der in den vergangenen Tagen lediglich Sizilien betroffen hatte, legt Teile Italiens lahm und sorgt für chaotische Zustände

Spontan organisierte Frächter blockierten auch am Dienstag wichtige Knotenpunkte auf dem Autobahnnetz von Norden bis Süden, indem sie ihre Fahrzeuge vor Mautstationen quer stellten.

Dabei kam es zu erheblichen Problemen bei der Versorgung von Treibstoff und Lebensmitteln. Die Fernfahrer wollen bis Freitag streiken.

Mit ihrer Aktion protestierten die Frächter gegen hohe Benzinpreise, zunehmende Mautgebühren und Versicherungsbeiträge. Sie verlangten hinzu Maßnahmen zur Unterstützung des Transportwesens.

„Wir wollen von der Regierung konkrete Antworten. Wir wollen eine Zukunft haben“, sagte ein Sprecher der Demonstranten.

Der Zugang zu mehreren Häfen wurde gesperrt. Wegen Problemen bei der Lieferung von Material wurde die Produktion in einigen Werken des Autobauers Fiat in Turin lahmgelegt.

Der Protest sorgte auch für Probleme bei der Lieferung von Lebensmittelprodukten und wurde vom größten Frächterverband CNA-Fita kritisiert, der die spontan organisierte Aktion nicht genehmigt hatte.

In der vergangenen Woche hatten die Frächter bereits das Transportsystem auf Sizilien zum Erliegen gebracht.

Der Frächterstreik wurde von einem Unfall überschattet. Ein demonstrierender Fernfahrer wurde unweit der Stadt Asti in der Region Piemont von einem Lkw mit einem deutschen Fahrer am Steuer überfahren.

Innenministerin: „Dialog statt Straßenblockaden“

Innenministerin Annamaria Cancellieri warnte, die Regierung werde keine Straßenblockaden dulden. „Wir werden auf Dialog und Toleranz setzen, man muss aber auch die Rechte der Bürger berücksichtigen“, sagte die Ministerin.

Die Regierung verfolge die Proteste aufmerksam. Eine zwangsmäßige Arbeitseinberufung der protestierenden Fernfahrer wird vom Innenministerium nicht ausgeschlossen. Die Straßenblockaden seien ungerechtfertigt, sagte Vize-Verkehrsminister Mario Ciaccia.

Industriellenchefin Emma Marcegaglia verlangte die Räumung der Straßensperren.

Der Protest sei nur von einer kleinen Minderheit der Fernfahrer ausgerufen worden. „Diese Situation ist nicht tolerierbar“, so Marcegaglia.




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