Mindestens 1.300 Menschen sollen in Frankreich zwischen 1976 und 2009 durch das umstrittene Diabetes-Medikament Mediator gestorben sein.
Das ergab die erste wissenschaftliche Untersuchung zu den Opfern des Arzneimittels, die am Freitag in der Fachzeitschrift „Pharmacoepidemiology & Drug Safety“ erscheint.
Mehr als 3.000 Patienten wurden im selben Zeitraum wegen Herzklappenproblemen im Krankenhaus behandelt. Wahrscheinlich seien die Zahlen sogar noch höher, sagte der Ko-Autor der Studie, Mahmoud Zureik.
Das zweitgrößte französische Pharmaunternehmen Servier hatte Mediator von 1976 bis 2009 als Diabetes-Mittel verkauft.
Das Medikament, das häufig auch gegen Übergewicht verschrieben wurde, enthielt den appetitzügelnden Wirkstoff Benfluorex.
Rund fünf Millionen Menschen sollen Mediator eingenommen haben, das zu einer Verdickung der Herzklappen führen kann.