Werbung - Redaktion - Mittwoch, 16. Mai 2012
07. Februar 2012
Vor allem Obdachlose sind von der Kältewelle bedroht © 2012 APA/AP Vor allem Obdachlose sind von der Kältewelle bedroht
Chronik

Kälte: Zahl der Todesopfer in Italien wächst

In Italien wächst die Zahl der Todesopfer wegen der anhaltenden Kältewelle. Nachdem am Wochenende 18 Menschen ums Leben gekommen sind, wurden zwischen Montag und Dienstag weitere sieben Todesfälle gemeldet.

Am Dienstagmorgen wurde in der Provinz Monza eine Obdachlose tot aufgefunden. Der Körper der ca. 50-Jährigen wurde gegen 7.30 Uhr in einem Wald bei Caponago entdeckt. Die Frau, die keine Dokumente bei sich hatte, dürfte erfroren sein.

In einigen Regionen, vor allem im Apennin, sind Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, Schulen und öffenltiche Ämter sind geschlossen.

Besserung ist nicht in Sicht. Die Meteorologen erwarten für Freitag und Samstag in den Regionen Latium, Kampanien, Apulien, Emilia Romagna und in den Marken eine weitere Kältewelle.

Heftige Schneefälle wurden am Dienstag in der Apenninenregion Abruzzen gemeldet. In der Region Marke wird bis Donnerstag mit weiteren Schneefällen gerechnet.

Einige Autobahnabschnitte wurden gesperrt. In Rom blieben am Dienstag weiterhin die Schulen geschlossen. Für Obdachlose wurden 2.000 Schlafplätze zur Verfügung gestellt.

In Triest erreichte der Wind eine Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h. Die Temperaturen sanken bis auf minus fünf Grad. In Venedig bildeten sich wegen der starken Kälte Eisplatten auf dem Canal Grande.

In der Provinz Padua wurden minus neun Grad gemeldet. Im Raum der Adria-Stadt Cesena mussten 19 Personen wegen des Schnees ihre Wohnungen auf den Hügeln zwischen Tessello und Formignano verlassen.

Die Spitze des Vesuvs bei Neapel präsentierte sich ganz in Weiß. Sogar auf der Insel Ischia kam es zu leichtem Schneefall.

Auch auf dem Ätna, dem höchsten aktiven Vulkan Europas, ist der Winter eingekehrt: Der 3.350 Meter hohe Berg an der Ostküste Siziliens zeigte sich schneebedeckt.

Schneefälle wurden auch in Kalabrien gemeldet. Der Agrarverband Coldiretti klagte über Schäden für die Landwirte in Höhe von 50 Millionen Euro. Tonnen verderblicher Lebensmittel konnten nicht verteilt werden.

Italien befürchtet jetzt auch Gasengpässe wegen gedrosselter Lieferungen aus Russland.

Nachdem Russland wegen der extremen Kälte die Gaslieferungen an den Westen reduziert hat, klagt Italien über erhebliche Schwierigkeiten beim Gasimport.

Die EU-Kommission erklärte sich bereit, Italien zu unterstützen, sollte es zu Engpässen bei der Gaslieferung kommen, versicherte ein Sprecher des EU-Energiekommissars Günther Öttinger.

Industriellenchefin Emma Marcegaglia zeigte sich wegen der Lage besorgt. Sie befürchtet, dass Unternehmen wegen der Gasversorgungsprobleme lahmgelegt werden könnten.

„In der Not müssen wir auf unsere Gasreserven zurückgreifen“, betonte Marcegaglia. Man könne die Gefahr einer Lahmlegung der Unternehmen nicht riskieren.




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