Nachdem ein mutmaßlich Verwirrter Regierungschef Silvio Berlusconi mit einer Nachbildung des Mailänder Doms angegriffen und verletzt hat, erleben diese Souvenir-Miniaturen für Touristen Hochkonjunktur.
Die Stände um den gotischen Dom der lombardischen Industriemetropole wurden am Dienstag von Fußgängern und Fotografen geradezu gestürmt, alle wollten die Miniaturen abbilden und kaufen.
Die Miniaturen kosten zwischen 10 und 12 Euro. „Es gibt verschiedene Modelle. Das für 12 Euro ist das schwerste. Wenn man es von der Nähe aus wirft, kann es weh tun, weil die Miniatur viele Spitzen hat“, sagte ein Souvenirhändler auf dem Mailänder Domplatz.
Laut einem Händler habe sich der Täter, Massimo T., gut auf seinen Angriff vorbereitet. „Am Sonntag haben wir unsere Läden um 17.30 Uhr abgeräumt, er muss also schon lang vor dem Angriff die Statuette gekauft haben“, sagte der Händler.
Facebook: 20.000 feiern Angriff
Die Geheimdienste hatten wiederholt vor der Gefahr von Angriffen auf den Premierminister bei öffentlichen Veranstaltungen gewarnt. „Schon seit Tagen fühlte Berlusconi ein negatives Klima um sich“, meinte sein Sprecher Bonaiuti.
Auf Facebook feierten 20.000 Internet-Surfer den Angriff auf Berlusconi. Auf einer Seite ist ein Foto mit dem verletzten Berlusconi zu sehen und darunter der Text: „Danke Massimo T.!“. Andere Internet-Surfer hinterließen lobende Botschaften für den Angreifer: „T. sofort heilig!“, war unter anderem zu lesen.
Diese Botschaften wurden von Innenminister Roberto Maroni schwer verurteilt. „Man kann nicht erdulden, dass im Internet zum Mord an Politikern aufgehetzt wird“, betonte Berlusconi.
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