Werbung - Redaktion - Mittwoch, 16. Mai 2012
09. Februar 2012
Der Vatikan © 2012 APA/EPA Der Vatikan
Chronik

Vatikansprecher weist Berichte über Geldwäsche zurück

Der Vatikan hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, nach dem die Vatikanbank IOR („Institut für religiöse Werke“) in illegale Aktivitäten verwickelt gewesen sein und nicht mit den italienischen Untersuchungsbehörden zusammengearbeitet haben soll.

Die Zeitung „L'Unità“ greife bereits veraltete Kritik auf, die durch Wiederholung nicht wahrer würde, hieß es laut Kathpress in einer Erklärung des vatikanischen Presseamtes am Donnerstag.

Vatikansprecher Federico Lombardi verwies darauf, dass die Informationsflüsse zwischen der vatikanische Finanzaufsichtsbehörde AIF und den italienischen Behörden dokumentiert seien.

Italienische Finanzvertreter hätten dem Generaldirektor des IOR, Paolo Cipriani, eine „prompte und lückenlose“ Zusammenarbeit bescheinigt.

Der Vatikansprecher kritisierte auch die Darstellung, wonach vier Priester beschuldigt sein sollen, die Vatikanbank zur Geldwäsche benutzt zu haben.

Einer der namentlich erwähnten Geistlichen sei bereits im Juni 2011 für unschuldig erklärt worden. Über einen weiteren hätten italienische Behörden die AIF nie angefragt.

Der Zeitungsbericht über ein „Schweigen des Vatikan“ sei vollkommen unbegründet. Er habe einen „verleumderischen Effekt“, da der Präsident des IOR, Ettore Gotti Tedeschi, und Cipriani als „Angeklagte“ bezeichnet würden, was nicht der Wahrheit entspreche, betonte Lombardi.

Auch verschweige der Artikel, dass das vatikanische Geldinstitut seine Konten bereits seit 2006, also vier Jahre bevor der Vatikan sein Gesetz gegen Geldwäsche veröffentlicht hat, „mit Entschlossenheit“ analysiere.

Weitere Zeitungen berichteten am Donnerstag, dass die Vatikanbank ihre Zusammenarbeit mit italienischen Banken vor rund einem Jahr beendet und „große Teile seiner Geldmittel“ nach Deutschland verlagert habe.

Sie berufen sich auf Justizkreise und die Untersuchung der römischen Staatsanwaltschaft über angebliche Verstöße des IOR gegen die Auskunftspflicht.

In diesem Zusammenhang hatte im September 2010 ein Gericht 23 Millionen Euro auf einem Konto des IOR bei der Bank Credito Artigiano vorübergehend eingefroren; im Juni 2011 wurde das Geld aber wieder freigegeben.

Die 1942 von Papst Pius XII. gegründete Vatikanbank IOR war nach der Verwicklung in den Bankenkrach von 1981 unter ihrem damaligen Präsidenten Erzbischof Paul Marcinkus umstrukturiert worden.

Eigentümer der Bank ist der Papst, der auch die Gewinne für sich beansprucht. Mehr als einmal waren unsaubere Finanzgeschäfte des IOR in der Vergangenheit in die Schlagzeilen geraten. Von Geldwäsche, Betrügerei und Mafia war die Rede.

Bis heute im Dunkeln liegen die Umstände des Todes von Roberto Calvi. Der Direktor der Mailänder Banco Ambrosiano, wegen seiner Kontakte zur Vatikanbank auch „Bankier Gottes“ genannt, wurde 1982 erhängt unter einer Londoner Brücke aufgefunden.

Zuvor hatte er nach dem betrügerischen Konkurs seiner Bank fluchtartig Italien verlassen. Im Zuge der Ermittlungen musste IOR-Chef Marcinkus zurücktreten. Der Vatikan entzog ihn dem Zugriff der italienischen Justiz.




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