Donnerstag, 02. September 2010
26. Juli 2010
Der Rettungshubschrauber des Aiut Alpin Dolomites - Foto: Lukas Kostner © 2010 Der Rettungshubschrauber des Aiut Alpin Dolomites - Foto: Lukas Kostner
Lokal

Bergwanderung endet in Tragödie

.Zu einem tödlichen Bergunfall kam es gestern Nachmittag im Pragsertal. Der 48-jährige in Köln geborene Alfred Becker stürzte am Klettersteig, der vom Kühwiesenkopf zum Kaser- und weiter zum 2542 Meter hohen Hochalpenkopf führt, in den Tod.

Vom Pragser Wildsee aus erreicht man in zweieinhalb Stunden den knapp 2140 Meter hoch gelegenen Kühwiesenkopf.

Die Wanderung und auch der Klettersteig zum Kaserkopf gelten als relativ leicht und angenehm und vielleicht hat sie der Vater gerade deshalb als Ziel für einen schönen und erlebnisreichen Bergtag mit seinen zwölf und 15 Jahre alten Töchtern ausgesucht.
Von ihrer Unterkunft am Getzenberg ober Kiens waren die drei in der Früh nach Prags aufgebrochen.

Während die jüngere der beiden Mädchen es aber schon bald vorzog umzukehren und zurück zum Auto zu gehen, gingen der Vater und die 15-Jährige weiter.

Wie das Mädchen später den Rettungskräften erzählte, war sie am frühen Nachmittag mit ihrem Vater am so genannten Olanger Klettersteig unterwegs. Das Mädchen ging voran. Plötzlich habe sie gehört, wie ihr Vater kurz etwas gerufen habe.

Als sie sich umdrehte, sei er wie vom Erdboden verschluckt gewesen. Sie habe ihn dann 150 bis 200 Meter unterhalb des Klettersteiges im felsigen Geröll liegen sehen. In ihrer Verzweiflung habe sie versucht, zu ihrem Vater abzusteigen.

Als sie die Schwere seiner Verletzungen erkannte, sei sie wieder, dauernd um Hilfe rufend, zurück zum Klettersteig gestiegen. Es habe sehr lange gedauert, bis sie anderen Bergwanderern begegnet sei und ihnen vom schrecklichen Unfall habe erzählen können.
Die hinzugekommenen Bergsteiger setzten dann den Notruf an die Landesnotrufzentrale ab.

Das Notarztteam im Rettungshubschraubers des Aiut Alpin und die Bergrettung Olang eilten zum Unfallort, doch konnten sie für Alfred Becker nichts mehr tun.

Der Mann hatte sich beim Absturz so schwere Verletzungen zugezogen, dass er auf der Stelle verstorben war. Mit der Seilwinde des Hubschraubers wurde die Leiche geborgen und nach Niederolang geflogen.

Mitglieder der Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes Bruneck standen der leidgeprüften Familie bei. Im Einsatz standen auch die Feuerwehr Oberolang und die Carabineri.

mt/D

 

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