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© 2010 shutterstock Ob etwas nicht mir rechten Dingen zugeht, merkt man oft erst zu spät
Die Tricks kennt man: Gefälschte Ausweise, falsche Vorwände, verlockende Kaufangebote … und dennoch fallen immer wieder Menschen darauf herein – auch in Südtirol.
Die Betrüger schlagen dann zu, wenn es keiner erwartet: Auf der Straße, an der Haustür, im Nebenzimmer, und nutzen dabei aus, dass der Großteil der Opfer doch an das Gute im Menschen glaubt.
Opfer meist ältere Menschen
Deshalb sind die Zielpersonen auch in den häufigsten Fällen dieselben: „Meist trifft es ältere Menschen“, erklärt Ugo Lazzara von der Fahndungsabteilung der Bozner Quästur.
Im Interview mit Südtirol Online erklärt er die acht häufigsten Maschen, mit denen die Betrüger in unserem Land immer wieder unterwegs sind.
„In Südtirol sind etwa 50 bis 60 Personen im Alter ab 60 Jahren jährlich Opfer eines Betrugs“, weiß Lazzara. Allerdings kommen nur rund 40 Prozent der Fälle auch ans Tageslicht. „Die Menschen schämen sich oft, zuzugeben, dass sie betrogen wurden.“
In seiner täglichen Arbeit hat Lazzara immer wieder mit kleinen Gaunern zu tun, häufiger aber erfährt er von Betrugsopfern. Dann, wenn es meist zu spät ist: Denn die Betrüger handeln mit List.
Meist Betrüger aus Kampanien
„Größtenteils sind es Personen aus Kampanien, die sich auf Betrügereien spezialisiert haben“, weiß Lazzara.
Wieso es sich gerade um Betrüger aus dieser Region handle? „Sie sind schlau genug um sich solche Betrugssysteme auszudenken. Sie probieren sie aus und schlagen dann natürlich in Regionen zu, in denen man sie nicht kennt“.
Er könne aus Erfahrung sagen, dass der Großteil der Betrüger, die die Polizei ausfindig gemacht habe, aus dieser Region stammt.
„Ich will jetzt nicht Totò und seine ‚truffa 62‘ ins Spiel bringen (lacht), aber effektiv ist es meist so“ („Totòtruffa 62“ ist ein bekannter Totò-Film unter der Regie von Camillo Mastrocinque, in der sich Totò als Antonio Peluffo mit diversen Betrügereien Geld verschafft. Totò stammt aus Neapel, also aus der Region Kampanien, Anm.d.Red.).
Der bekennende Totò-Liebhaber – in seinem Büro stößt man neben diversen Bildern des italienischen Schauspielers und Komödianten auch auf eine Fotomontage der berühmten Trevi Brunnen-Szene aus „Totòtruffa 62“, auf der Lazzara mit Totò abgebildet ist – wolle "nicht generalisieren", betont er, aber es sei nun einmal so.
„In manchen Fällen handelt es sich aber auch um Nomaden, die aus verschiedenen Teilen Italiens kommen.“
Häufiges Pflaster für Betrügereien sind die Städte: „Hier fallen die Betrüger nicht so sehr auf, wie sie es etwa in einem Dorf tun würden.“
Meist Männer
Eine weiteres Merkmal haben die Betrüger, die sich in Südtirol herumtreiben: „Größtenteils sind es Männer“, so Lazzara. Allerdings hänge dies von der Art des Betrugs ab.
„Manchmal, etwa beim ‚amerikanischen Trick‘ oder auch anderen Arten von Betrügereien, sind es auch Frauen, die zuschlagen.“
Die acht häufigsten Tricks
Gemeinsam mit Ugo Lazzara erklärt Südtirol Online die acht häufigsten Tricks, die hierzulande von Betrügern angewandt werden.
1. Der falsche Gemeinde-, Enel-, Telecom-Angestellte
2. Der falsche Sanitätsbetrieb-Angestellte
3. Der Lederjacken-Trick
4. Die von einem Verwandten nicht bezahlte Ware
5. Verkauf von elektromedizinischen Geräten
6. Der amerikanische oder der Erben-Trick
7. Der falsche Verwandte
8. Das vermeintliche Polizei-Zeitschriftenabo
In den kommenden Tagen wird STOL jeweils einen dieser Tricks vorstellen. Lesen Sie morgen: Trick Nr. 1: Der falsche Gemeinde-, Enel-, Telecom-Angestellte
Barbara Raich/rb
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