© 2012 Als italienweit einzige verfügt die Landesumweltagentur über ein spezielles Analysegerät. Foto/Copyright: Landesumweltagentur.
Die Sondereinheit der Carabinieri NAS von Trient hat jüngst in ganz Italien über 50.000 Pillen zur Steigerung der männlichen Potenz beschlagnahmt. Dass dies gelingen konnte, ist auch den Analysen des Labors für Lebensmittelanalysen der Landesumweltagentur in Bozen zu verdanken.
Wie Direktor Luca D'Ambrosio erklärt, verfügt das Labor für Lebensmittelanalysen seit Herbst 2011 über ein spezielles Analysegerät.
„Keine andere Umweltagentur Italiens besitzt derzeit dieses Gerät, weshalb das Labor für Lebensmittelanalysen in Bozen ein Bezugspunkt für die NAS aus ganz Norditalien geworden ist, wenn es um derartige Fälle geht", unterstreicht D'Ambrosio.
Während bisher nur nach bestimmten Substanzen gesucht werden konnte, erlaubt das Gerät nun die Überprüfung von „Produkt-Anomalien“, auch wenn nicht bekannt ist, nach welchen Zusatzmitteln gesucht werden muss.
Im vorliegenden Fall der potenzsteigernden Pillen auf Basis „natürlicher“ Produkte verbargen sich in den Kapseln Imitate desselben Wirkstoffs wie jener, der bei Viagra-Tabletten zum Einsatz kommt.
Mit Kosten in der Höhe von 400.000 Euro sei das Gerät eine bedeutende Investition gewesen, betont D'Ambrosio.
Mit ihm käme man aber Produktfälschungen wesentlich schneller auf die Spur. Über ähnliche Geräte verfügen nur vereinzelte Forschungseinrichtungen und Pharmakonzerne in Italien.
Bereits im Jahr 2010 konnte dank der Analysen des Landeslabors die Beschlagnahmung von Diät-Pillen mit gesundheitsgefährdenden Wirkstoffen erfolgen.
„Derart gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe waren mir bis dahin in meiner Berufslaufbahn in Nahrungsergänzungsmitteln noch nie untergekommen“, erinnert sich Luca D'Ambrosio.
Vorsicht bei Kauf von „Wundermitteln“ im Internet
Er appelliert daher an die Bürger, vor allem bei Online-Käufen von „Wundermitteln“ Vorsicht walten zu lassen.
Häufig würden die als „Naturprodukte“ verkauften Mittel pharmazeutische Wirkstoffe enthalten, die gesundheitsgefährdend sein können.
„Der Online-Kauf ist zudem keiner Kontrolle unterworfen und Reklamationen sind bei eventuellen Schäden meist nicht möglich“, sagt der Amtsdirektor, der ergänzt, dass das Labor für Lebensmittelanalysen bereits an der Analyse weiterer verdächtiger Nahrungsergänzungsmittel arbeite.
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