Werbung - Redaktion - Donnerstag, 17. Mai 2012
10. August 2011
Die beiden Männer auf der Rodel © 2011 D Die beiden Männer auf der Rodel Die beiden Männer auf der Rodel © 2011 D Die beiden Männer auf der Rodel
Lokal

Diebe auf Rodel geblitzt

Dass sie gute Nerven haben, haben noch unbekannte Diebe in der Nacht auf gestern in Innichen bewiesen.

Und doch ist ihnen eine unvorhersehbare Panne passiert. Auf ihrer mehr als ungewöhnlichen Flucht sind sie mit über elf Stundenkilometern von einer „Radarfalle“ ertappt worden, berichtet die Tageszeitung "Dolomiten" in ihrer Mittwoch-Ausgabe.

In Innichen und Sexten kommt es seit Tagen immer wieder zu nächtlichen Einbrüchen. Vergangene Woche entwendete die profihaft agierende Einbrecherbande zahlreiches Werkzeug aus einem Sextner Handwerkerbetrieb und ließ aus einer in einem Schauraum stehenden Registrierkasse das Tagesinkasso mitgehen.

In der Nacht von Sonntag auf Montag hatten sich die Diebe das Gebiet am Haunold vorgeknöpft.

Sie drangen bei Sturm und Regen spät abends durch das Kellergeschoss in die „Riese-Haunold“-Hütte ein, ohne dass die im Obergeschoss schlafenden Wirtsleute Pia und Luciano Puicher davon etwas merkten.

Die Diebe öffneten zunächst die leeren Registrierkassen, wurden aber dann doch noch fündig, als sie die Geldtaschen des Bedienpersonals und das darin befindliche Wechselgeld entdeckten.

Offensichtlich frustriert über die spärliche Beute nach so viel Mühe, setzten sie sich an einen Tisch und stärkten sich mit einem Kuchen aus der Nachtischvitrine.

Kuchen aufgegessen

Schön säuberlich wurde das schmutzige Geschirr zur Seite gestellt. Weil sie offensichtlich vermuteten, dass der Eingangsbereich der Hütte mit einer Überwachungskamera geschützt sein könnte und sie beim Verlassen der Hütte gefilmt werden könnten, wählten sie zur Flucht den Weg durch ein Fenster.

Für ihren Rückweg ins Tal glaubten die Langfinger eine geniale Idee zu haben, indem sie sich der unmittelbar neben der Haunoldhütte gelegenen Sommerrodelbahn „Fun-Bob“ bedienten.

Sie brachen das Schloss auf, mit dem die Schlitten außerhalb der Betriebszeiten der Rodelbahn gesichert werden, und schwangen sich auf je einen Schlitten.

Während des regulären Betriebs ist eine Abfahrt mit den Schlitten bei Regen nicht erlaubt, weil sich die Schlitten zu rasanten Gefährten verwandeln und vor allem, weil die Bremsen bei Nässe eine wesentlich geringere Wirkung zeigen.

Auf ihrem Husarenritt ins Tal blendete urplötzlich ein Blitzlicht die Fahrt der mindestens drei Diebe. Es ist die automatische Fotoanlage der Sommerrodelbahn, mit der üblicherweise ein Erinnerungsfoto für die Rodelfahrer geknipst wird.

Nächtliche Rodelabfahrt

Der erste der Diebe hat die Anlage scharf gestellt, war aber zu schnell unterwegs um noch fotografiert zu werden, die zwei Nachfolgenden wurden um genau 1.51 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 11,81 Stundenkilometern geknipst.

So konnten die Geschädigten am Dienstagvormittag den Carabinieri mit der Anzeige auch gleich ein Täterbild liefern.

Im Tal angekommen war die „Nachtschicht“ der Langfinger noch nicht zu Ende. In der gleich neben der Talstation der Rodelbahn gelegenen Pension „Waldheim“ brachen die Diebe ein auf der Rückseite des Hauses gelegenes Fenster zum Büro auf und durchwühlten das Büro vergeblich nach Bargeld.

ct/D




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