Werbung - Redaktion - Donnerstag, 17. Mai 2012
02. November 2010
Sabine Innerhofer beim Cachen in einer Höhle im Trentino - Foto: S.Innerhofer © 2010 Sabine Innerhofer beim Cachen in einer Höhle im Trentino - Foto: S.Innerhofer Ein kroatischer Geocache und ein GPS Gerät - Foto: S.Innerhofer © 2010 Ein kroatischer Geocache und ein GPS Gerät - Foto: S.Innerhofer Geocaching ist etwas für die ganze Familie - Foto: S.Innerhofer © 2010 Geocaching ist etwas für die ganze Familie - Foto: S.Innerhofer Die Suche nach einem Cache ist stets ein Abenteuer - Foto: S.Innerhofer © 2010 Die Suche nach einem Cache ist stets ein Abenteuer - Foto: S.Innerhofer Sabine Innerhofer beim Cachen in einer Höhle im Trentino - Foto: S.Innerhofer © 2010 Sabine Innerhofer beim Cachen in einer Höhle im Trentino - Foto: S.Innerhofer Ein kroatischer Geocache und ein GPS Gerät - Foto: S.Innerhofer © 2010 Ein kroatischer Geocache und ein GPS Gerät - Foto: S.Innerhofer Geocaching ist etwas für die ganze Familie - Foto: S.Innerhofer © 2010 Geocaching ist etwas für die ganze Familie - Foto: S.Innerhofer Die Suche nach einem Cache ist stets ein Abenteuer - Foto: S.Innerhofer © 2010 Die Suche nach einem Cache ist stets ein Abenteuer - Foto: S.Innerhofer
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Geocaching – Moderne Schatzsuche

Geocaching – so nennt sich die beliebte Suche nach versteckten Schätzen mit Hilfe eines GPS-Empfängers. Weltweit gibt es über eine Million Verstecke, in Südtirol verbergen sich 600 Caches (englisch: „geheime Lager“). Ein großer Teil davon befindet sich in der Umgebung von Meran. Hier ist Sabine Innerhofer aktiv.

Gemeinsam mit ihrer Familie hat die 32-jährige EDV-Technikerin bereits über 100 Caches versteckt. Unter dem Benutzernamen „Kingfisherteam“ stellt sie die Koordinaten der Schätze ins Internet, damit sich eifrige Cacher auf die Suche danach begeben können. Über das unter den Südtirolern bisher noch wenig verbreitete Hobby sprach die erfahrene Geocacherin mit Südtirol Online.

Südtirol Online: Geocaching - woher kommt diese neue Form der Schatzsuche?

Sabine Innerhofer: Im Jahr 2000 ist die Verschleierung genauer Koordinaten von Seiten des Militärs verboten worden. Ab diesem Zeitpunkt konnte jeder, der ein GPS-Gerät besaß, relativ genaue Koordinaten über das Satellitensystem empfangen. So kamen bald die ersten Navigationssysteme für Autos und wenig später auch handelsübliche Handgeräte. Noch im selben Jahr wurde das Geocaching zum neuen Trendsport in den USA. Mittels der Koordinaten, die man unter geocaching.com oder unter opencaching.eu findet, macht man sich beim Geocaching auf die Suche nach versteckten Schätzen, den so genannten Caches.

STOL: Wie sieht ein solcher Cache aus?

Innerhofer: Normalerweise handelt es sich um einen Plastikbehälter. Dieser kann so klein sein wie eine Fotofilmdose oder auch so groß wie ein Container. Im Inneren befindet sich ein Logbuch, in das man sich einträgt, wenn man den Cache gefunden hat. Zusätzlich hat man auch die Möglichkeit, seinen Erfolg im Internet kundzutun. Neben dem Logbuch und einem Stift befinden sich auch kleine Tauschgegenstände im versteckten Behälter. Jeder, der den Cache findet, nimmt eines dieser Tauschobjekte aus der Box und legt ein neues hinein. Das kann von Überraschungseifiguren bis hin zu Elektrospielereien alles sein.

STOL: Was muss man tun, um bei einem Geocaching mitmachen zu können?

Innerhofer: Man sollte sich als erstes einen Benutzername bei geocaching.de oder bei opencaching.eu zulegen. Dann hat man die Möglichkeit, auf den genannten Webseiten die Caches der näheren Umgebung aufzurufen. Mit den angegebenen Koordinaten kann man sich anschließend entweder mit einem GPS-Gerät oder mit einem Handy, das über ein Navigationssystem verfügt, auf die Suche nach dem Cache machen. Wer keines dieser Geräte besitzt, kann die Koordinaten auch mit einer genauen Landkarte oder mithilfe von Google Maps ausmachen und sich „auf gut Glück" auf die Suche begeben.

STOL: Wie kommt man zum versteckten Cache?

Innerhofer: Es gibt sogenannte „Tradis", einfache Caches, wo man direkt die Koordinaten des Schatzes erhält. Daneben gibt es „Multi Caches“ oder „Mystery Caches", bei denen man vorher bestimmte Stationen ablaufen bzw. gewisse Rätsel ausfüllen muss, um an den Endpunkt zu gelangen.

STOL: Wie lange dauert eine Suche?

Innerhofer: Das kann man nicht sagen. Wenn man einen Cache auf dem Waltherplatz sucht, kann es sein, dass man diesen innerhalb weniger Minuten findet. Es gibt aber auch Caches, die schwerer versteckt sind. Und dann gibt es auch welche, bei denen man eine längere Wanderung machen muss, um ans Ziel zu kommen.

STOL: Gibt es besondere Regeln, die man beim Geocaching beachten sollte?

Innerhofer: Cacher wollen nicht unbedingt beobachtet werden. Sie warten meistens so lange bis keine anderen Personen in der Nähe sind, um ihre Suche durchzuführen. Man sollte sich so unauffällig wie möglich verhalten, also nicht etwa geradewegs auf die Stelle zugehen, wo man etwas vermutet. Das fällt in der Regel auf.

STOL: Wann ist das Geocaching in Südtirol aufgekommen?

Innerhofer: Der erste Cache Italiens wurde im Jahr 2001 in Bozen versteckt. Er ist immer noch aktiv.

STOL: Wie viele Caches gibt es zurzeit in Südtirol?

Innerhofer: Italienweit gibt es im Moment ungefähr 5000 Caches, davon sind im Raum Trentino-Südtirol über 1000 und allein in Südtirol 600 versteckt.

STOL: Wie sind Sie zu diesem Hobby gekommen?

Innerhofer: Ich habe im Internet davon gelesen und wollte es unbedingt ausprobieren. In München habe ich mir dann ein GPS-Gerät gekauft und noch am selben Tag am Münchner Marienplatz meinen ersten Schatz gefunden.

STOL: Haben Sie bereits mehrere Caches im Ausland gesucht?

Innerhofer: Ja, den Großteil. Ich habe Caches in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Kroatien, Slowenien, auf Malta und Mallorca gesucht – überall dort, wo ich auf Urlaub oder auf der Durchreise war.

STOL: Wo haben Sie Ihre schönste Suche erlebt?

Innerhofer: Sehr gut haben mir die verschiedenen Caches auf der Insel Mallorca gefallen. Dabei kommt man nämlich an Orte, die man als „normaler Tourist" gar nicht findet, wie etwa zu versteckten Buchten. In Südtirol habe ich beim Geocaching besonders im Gadertal wunderschöne Orte entdeckt.

STOL: Es geht also mehr um den Ort als um den Schatz?

Innerhofer: Im Normalfall schon. Unter den Erwachsenen kenne ich nicht viele Geocacher, die sich auf die Schatzsuche begeben, nur um Plastikfiguren zu tauschen. Die meisten cachen wegen der Orte oder weil sie Lust haben, knifflige Rätsel zu lösen.

STOL: Was fasziniert Sie so an diesem Hobby?

Innerhofer: Mir gefällt die Kombination zwischen Technik, Internet, GPS-Gerät und Natur. Ich löse sehr gerne schwierige Rätsel, daher machen mir Multi Caches besonderen Spaß.

STOL: Wie viele Schätze haben Sie bereits versteckt?

Innerhofer: Wir haben bisher ungefähr 150 Caches versteckt, hauptsächlich in Meran und Umgebung. Aber auch auf Mallorca, in der Nähe von Bologna, Lucca und Rimini sowie am Gardasee haben wir Caches hinterlassen.

STOL: Worauf muss man beim Verstecken eines Caches achten?

Innerhofer: Man sollte einen geeigneten, wasserdichten Behälter auswählen. Dann legt man ein Buch mit Stift sowie mehrere Tauschobjekte hinein. Den Cache sollte man irgendwo verstecken, wo er nicht von jedem gleich gefunden wird. Damit kein Außenstehender den Cache mitnimmt, sollte man auch einen Zettel hineinlegen, auf dem man vermerkt, worum es sich bei der Box handelt. Außerdem muss man darauf achten, dass man beim Verstecken keine Gesetze bricht. So sollte man den Schatz z.B. nicht auf Privatgrund legen. Wichtig ist auch, dass die Natur geschont wird. Man sollte stets in der Nähe eines Weges bleiben und die Leute nicht quer durchs Feld oder durch den Wald lotsen.

STOL: Ist es schon vorgekommen, dass Außenstehende einen Ihrer Caches gefunden haben?

Innerhofer: Ja, das ist uns schon oft passiert. Bisher aber ohne schlimme Folgen. Einen unserer Caches haben wir in der Nähe eines Hauses versteckt und der Hausbesitzer hat ihn gefunden. Jetzt freut er sich jedes Mal, wenn er einen Cacher suchen sieht und hilft auch oft dabei.

STOL: Wer sucht in Südtirol nach den versteckten Caches?

Innerhofer: Es sind zu mehr als 90 Prozent Touristen. Die meisten kommen aus Deutschland, wo das Geocaching sehr stark verbreitet ist. Andere reisen aus Tschechien, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich oder aus der Schweiz an. In Italien ist dieses Hobby noch nicht so bekannt.

STOL: Was macht mehr Spaß: Verstecken oder Suchen?

Innerhofer: Beides hat einen gewissen Reiz. Das Verstecken ist natürlich eine große Arbeit, aber wenn wir anschließend Einträge und E-Mails bekommen, dass es den Leuten Spaß gemacht hat, freut uns das sehr. Nach einer langen Wanderung einen Cache zu finden, ist aber auch ein Erfolgserlebnis.

STOL: Wie viel Zeit investieren Sie in Ihr Hobby?

Innerhofer: Wir gehen fast jedes Wochenende cachen oder kontrollieren die Caches, die wir selbst versteckt haben. So wie jemand anderes auf den Berg geht und den Gipfel erreichen will, gehen auch wir auf den Gipfel, versuchen jedoch noch zusätzlich einen Schatz zu finden. Das Cachen ist ja gleichzeitig immer auch eine Wanderung oder eine Stadtbesichtigung.

STOL: Was sollte man als Neueinsteiger beachten?

Innerhofer: Wenn jemand mit dem Geocachen anfängt, sollte er sich einen Cache in einem Gelände aussuchen, das er kennt. Wenn es sich um einen Touristen handelt, wäre es am besten, wenn er zuerst einen Cache im Tal wählt. Der erste Cache sollte ein leichter sein. Im Internet sind die Caches nach Schwierigkeitsgrad und Gelände bewertet. Es gibt auch solche, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind oder bei denen man eine Spezialausrüstung braucht. Für Anfänger ist es außerdem einfacher, nach einer großen Box als nach einer kleinen Dose zu suchen. Dann ist das Erfolgserlebnis sicher.

Interview: Evelyn Reso

Hier geht es zum „Kingfisherteam“.




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