Um 7.30 Uhr wurde der Zivilschutzalarm ausgelöst: Eine Minute lang heulte die Zivilschutzsirene und zeigte damit den Beginn der Arbeiten an. Die "Operazione Torrens secundus" ging in die aktive Phase.Zwei verschiedene Mannschaften des Kampfmittelräumdienstes begannen mit der Entfernung der Zünder an der beiden Bomben. Zwei Rettungsdienste und zwei Feuerwehrmannschaften sorgten dabei für die Sicherung der Einsatzkräfte.Kein Strom seit 6.20 UhrBereits um 6.20 Uhr war der Strom abgeschaltet. Seit 7.30 Uhr waren die Verkehrswege zwischen Brixen und Sterzing gesperrt: Brennerautobahn und Eisenbahnstrecke, Brennerstaatsstraße sowie die Penserjochstraße. Auch das Überfliegen des Gebietes war verboten worden.2780 Personen in Sicherheit gebracht2780 Personen in der roten Zone im Umkreis von knapp drei Kilometern wurden zwischen 6.00 Uhr und 7.30 Uhr evakuiert und hatten die Möglichkeit, sich in der Festhalle in Wiesen in der Gemeinde Pfitsch aufzuhalten. An die 250 Personen befanden sich in der Früh dort.9.20 Uhr: Die erste Bombe ist entschärftUm 7.39 Uhr begannen zwei Teams von je drei Sprengstoffexperten des "secondo reggimento genio guastatori alpini", das unter dem Kommando von Oberst Luigi Musti steht, mit der Entschärfung erst der einen, dann der 30 Meter daneben aufgefundenen Bombe. Die erste Bombe wurde um 9.20 Uhr durch die Entfernung beider Zünder entschärft und zum Pulverlager in Stilfes transportiert, mit Begleitschutz der Verkehrspolizei und der Freiwilligen Feuerwehren Stilfes und Trens mit Tankwagen. Foto: LPA 11.30 Uhr: Die Straßen sind wieder offenUm 9.56 Uhr wurden die Arbeiten zur Entschärfung der zweiten Bombe in Angriff genommen und um 10.31 Uhr abgeschlossen. Nachdem der Transport mit der zweiten Bombe das Pulverlager in Stilfes erreicht hatte, wurden die Verkehrswege um 11.33 Uhr wieder geöffnet.Auf der Südspur der Brennerautobahn hatte sich bis dahin zwischen Brenner und Sterzing ein Rückstau von sechs Kilometern gebildet, auf der Nordspur zwischen Klausen und Brixen zwei Kilometer. Auch auf der Pustertaler Staatsstraße hatten sich kilometerlange Staus gebildet.Was passiert mit den Bomben?Wie das Land in einer Presseaussendung mitteilt, werden die Bomben nun im Pulverlager ausgewaschen und nicht gesprengt. Deshalb sei diesmal kein Evakuierungsradius rund um das Pulverlager vorgesehen. Der ausgewaschene Sprengstoff werde dann von den Sturmpionieren entsorgt. Die Operation Torrens secundus mit rund 200 Personen im Einsatz ist damit endgültig abgeschlossen.Bomben beim Bau einer Wasserleitung gefundenDie beiden US-Fliegerbomben von 1,72 Meter Länge und 0,59 Meter Durchmesser waren am 26. Mai und am 22. Juni in der Zone Wolf in der Gemeinde Freienfeld mit 30 Metern Abstand gefunden worden, und zwar im Zuge einer gezielten Suche vor dem Bau einer Wasserleitung; sie wiegen beide je fast eine Tonne, nämlich 2000 Pfund (Pounds oder Libras, lbs), wobei ein Pound 0,454 Kilogramm entspricht. Wegen des schlechten Zustandes der beiden Bomben mussten sie so schnell als möglich entschärft werden.lpa/stol