Werbung - Redaktion - Montag, 21. Mai 2012
07. April 2010
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Lokal

Illegaler Menschenhandel: Drei Verhaftungen in Bozen

Am heutigen Mittwochmorgen sind in Bozen drei Männer von der Polizei verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder einer kriminellen Organisation zu sein, die Menschenhandel betreibt und die illegale Einwanderung fördert.

Von der Bozner Polizei festgenommen wurden zwei irakische Staatsbürger, 26 und 23 Jahre alt, sowie ein 30-jähriger Pakistaner .

Die Verhaftungen erfolgten im Rahmen der internationalen Operation „Human Carriers“, die von Interpol koordiniert und von der Quästur Bari geleitet wurde.

Ziel der Operation war die Zerschlagung eines Menschenhändlerrings. Insgesamt haben die Ermittlungen zu „Human Carriers“ heute europaweit zur Festnahme von 30 Personen geführt.

Alle Verhafteten werden beschuldigt, einer kriminellen Organisation anzugehören, die von Rom aus Einwanderer, vornehmlich Kurden aus dem Irak, illegal nach Italien und dann in andere europäische Staaten geschleust haben.

Schlepper organisierten von Rom aus

Laut Bozner Quästur haben die Ermittlungen ergeben, dass die Schlepperbande von ihrem Hauptsitz in Rom aus, die Einreise hunderter illegaler Einwanderer organisierte.

Die Flüchtlinge hätten dafür – je nach verwendetem Verkehrsmittel und Wegstrecke – verschieden hohe Beträge zahlen müssen, mindestens jedoch 3000 Euro. Die Ermittler vermuten, dass die Menschenhändler mehrere Millionen Euro verdient haben.

Die Einwanderer sollen vornehmlich auf dem Seeweg ins Land gelangt sein.

Dabei wurden die Illegalen der Polizei zufolge in Lkw zusammengepfercht, die dann auf den Linienfähren von Griechenland aus nach Italien gelangten.

Auch in Schlauchbooten und maroden Barkassen sollen Menschen über das Meer geschmuggelt worden sein.

Erst nach Rom, dann zur Grenze

Nach der Ankunft in Italien sollen die Flüchtlinge nach Rom und von dort aus dann in Orte in Grenznähe, zum Beispiel nach Bozen, Como oder Ventimiglia, gebracht worden sein.

In diesen Ortschaften wurden die Illegalen anderen Einwanderern übergeben, die die Flüchtlinge an ihren Zielort brachten.

Um ein detailliertes Bild von den Tätigkeiten der kriminellen Organisation in Bozen zu erhalten, hat die Polizei über Monate hinweg Beschattungen durchgeführt und scheinbar zufällige Verhaftungen getätigt.

Neben den drei Verhafteten konnte die Bozner Quästur auch einen vierten Mann als mutmaßliches Mitglied der Schmugglerbande identifizieren: Der 44 Jahre alter Tunesier sitzt derzeit allerdings in Deutschland im Gefängnis, wo er eine Strafe wegen ähnlicher Vergehen abbüßen muss.

st




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