„Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass alles so gut ausgegangen ist“: Noch sichtlich betroffen blickt der Huberhofbauer Walter Maurer auf den kleinen Schacht neben seinem Misthaufen, in dem kurz zuvor ein Helfer am Hof eine leichte Gärgasvergiftung erlitten hatte.
Der 71-jährige A. K. aus Bruneck hilft öfters und gern am Huberhof aus, wenn gerade Not am Mann ist. Gestern beschlossen er und der Bauer, ein Ablaufventil des Gülletanks zu kontrollieren, das seit kurzer Zeit Probleme macht.
Dazu mussten die Männer einen kleinen Schacht öffnen und rund drei Meter tief zum Schuber hinabsteigen. Diese Arbeit erledigte A. K.
Vor dem Hinabsteigen hatte er sich eine Leine um den Leib gebunden, an der ihn der Bauer sicherte.
Plötzlich rief der Helfer aus dem Schacht, dass ihm schlecht werde, und wenige Augenblicke später sackte er auch schon zusammen. Der Bauer erkannte sofort die Lage und tat das einzig Richtige: Trotz der Leine konnte er alleine den Mann nicht aus den schmalen Schacht ziehen, also alarmierte er die Nachbarn und die Rettungskräfte.
Dann stieg er vorsichtig zum Verunglückten ab, und es gelang ihn, diesem soviel Frischluft zuzuführen, dass A. K. kurzzeitig wieder zu sich kam.
Benommen, aber doch fähig, selbst mitzuhelfen, gelang es allen gemeinsam, den Mann an die frische Luft zu bringen.
Beim Eintreffen des Notarztteams des Brunecker Weißen Kreuzes saß A. K. noch blass und gezeichnet, aber bereits wieder ansprechbar am Schachtrand. Nach der Erstversorgung wurde der Verunglückte mit einer Gärgasvergiftung ins Krankenhaus Bruneck eingeliefert.
Die Feuerwehren von Percha und Bruneck stoppten die über das schadhafte Ventil auslaufende Gülle, bis der angeforderte Absaugwagen der Biogasanlage eintraf und den Rest der Gülle aus dem rund 70 Kubikmeter fassenden Tank abpumpte.