© 2011 STOL Max Leitner wurde heute Vormittag ins Bozner Gefängnis gebracht. - Foto: STOL
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© 2011 STOL Diese Jacke hatte Max Leitner in einem Video getragen, in dem er die Gründe für seine Flucht erklärte und den Staatspräsidenten um Begnadigung bat.
© 2011 STOL Auch diese Plane hatte man in dem Video gesehen.
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„Ausbrecherkönig“ Max Leitner ist wieder hinter Gittern. Leitner wurde am heutigen Mittwochmorgen in einem Haus in Obervintl von den Carabinieri verhaftet und wenige Stunden später ins Bozner Gefängnis überstellt.
An der Verhaftung waren die Carabineri von Bozen und die Carabinierieinheit GIS beteiligt.
Diesmal hatten Besuche Max Leitner „verraten“: Mehrere Familienmitglieder des 53-Jährigen waren in der Nähe der kleinen, abgelegenen Villa, die bereits seit einer Woche im Visier der Ermittler stand, beobachtet worden.
Die Familie von Max Leitner stand in den vergangenen Wochen unter konstanter Observation der Ermittler, jetzt schnappte die Falle zu.
Um 7.55 Uhr Uhr klickten für den 53-Jährigen aus Elvas die Handschellen. Leitner war bei seiner Verhaftung nicht bewaffnet und hat keinen Widerstand geleistet.
Leitner habe gedöst, als die Männer der Spezialeinheit in das Haus eingedrungen sind, erklärten die Carabineri am Mittwochmittag auf einer Pressekonferenz in Bozen, auf der Details der Verhaftung (siehe eigenen Artikel) bekanntgegeben wurden.
Gegen die Mitglieder der Familie von Max Leitner wird laut den Carabineri nicht ermittelt.
Kurz vor der Verhaftung Leitners war Erwin Purer, der Besitzer des Hauses, in dem sich der Ausbrecher versteckt gehalten hatte, festgenommen worden.
Der 61-Jährige wird sich wegen Begünstigung verantworten müssen. Neben Purer und Leitner waren keine weiteren Personen im einstöckigen Haus in Obervintl.
Eineinhalb Monate hatten Carabinieri und Polizei nach Leitner gefahndet. In der Zwischenzeit hatte er sich sogar per Videobotschaft aus seinem Versteck gemeldet. Darin gab er an, krank zu sein und Hafterleichterung zu wollen. Er bat den Staatspräsidenten um Begnadigung.
Leitners Ausbrecherkarriere
Dem 53-Jährige aus Elvan war am 28. Oktober bereits zum fünften Mal die Flucht aus dem Gefängnis gelungen. Zuletzt kehrte Leitner bei einem Freigang im Oktober nicht mehr in das Gefängnis von Asti im Piemont zurück. Unfreiwilliger Fluchthelfer war Kaplan Giuseppe Bussolino.
Auf das Konto von Max Leitner gehen mehrere bewaffnete Raubüberfälle. So versuchte am 7. August 1990 die sogenannte „Leitner-Bande“ einen Geldtransporter bei der Autobahnausfahrt Innsbruck-Süd zu „knacken“.
Ein Tipp aus Bozen vereitelte die Tat und die Aussicht auf 90 Millionen Schilling. Das Waffenarsenal der Leitner-Bande: Mehrere Schusswaffen, Sprengstoff und Haftminen.
Als er von der österreichischen Polizei festgenommen wurde, gelang ihm die Flucht aus einem Auto der Innsbrucker Gendarmerie.
Damals gelang es dem Elvaser, aus zu entwischen. Diese Flucht dauerte aber nur kurz, wenig später wurde er kurz vor der italienischen Grenze gefasst und zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren verurteilt.
Ein Jahr später, 1992, gelang Leitner dann die spektakuläre Flucht aus dem Bozner Gefängnis. 1993 wurde er wieder bei Elvas bei Brixen gefasst.
2001 schrieb er einen Brief an den damaligen Staatspräsidenten Azeglio Ciampi und bat ihn um Begnadigung, andernfalls wolle er Selbstmord verüben.
2002 gewährte ihm das Überwachungsgericht von Padua einen Heim-Urlaub – wegen guten Benehmens. Allerdings: Leitner kehrte nicht mehr in die Haftanstalt zurück.
Erst 2003 wurde er in den Maisfeldern zwischen Bruneck und Dietenheim bei einer spektakulären Aktion verhaftet und wieder ins Gefängnis überstellt.
Bald schon gelang dem gebürtigen Brixner aber erneut die Flucht. In der Nacht des 14. Oktober 2004 brach Max Leitner zusammen mit seinem Mithäftling Emanuele Radosta aus dem Gefängnis von Bergamo aus.
Miteinander gelang den Männern die Flucht nach Marokko, wo sie allerdings bereits zwei Monate später festgenommen wurden.
Das Landesgericht Brescia verurteilte daraufhin Leitner und Radosta wegen dieses Ausbruchs zu jeweils drei weiteren Jahren und acht Monaten Haft.
Haft vermutlich verlängert
Max Leitner saß seit Juni 2007 im Gefängnis von Asti im Piemont ein. Dort sollte er eigentlich seine restliche Haftstrafe absitzen – bis zum Jahr 2019.
Seit 1986 gibt es in Südtirol eine Strafakte Max Leitner, er wurde bisher zu insgesamt 25 Jahren Haft verurteilt. Nun muss er voraussichtlich über 2019 hinaus einsitzen.
stol
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