Als „Testperson“ bzw. als direkt Betroffener fordert Landeshauptmann Luis Durnwalder deutliche Verbesserungen am Mobilfunknetz in Südtirol.
„Ein Telefonat auf der Fahrt von Bruneck nach Bozen wird mindestens 20 Mal unterbrochen“, berichtete der Landeshauptmann am Montag auf der Pressekonferenz der Landesregierung aus eigener Erfahrung. Das sei nicht akzeptabel.
Damit nicht genug. Als er am Wochenende in einem Hotel in Prissian telefonieren wollte, „riet man mir das Hotel zu verlassen, um an eine ganz bestimmte Stelle zu gehen. Dort habe man Empfang“, erzählte ein sichtlich empörter Durnwalder.
In der Landesregierung habe man deshalb am heutigen Montag über den schlechten Mobilfunk-Empfang, aber auch über die Breitband-Internetversorgung im Land gesprochen.
Alle Landesräte seien sich einig gewesen, dass man mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden sei.
Da ein zuverlässiger Handyempfang auch ein Stück Lebensqualität bedeute, habe die Landesregierung diesem Missstand den Kampf angesagt.
„Der Mobilfunk-Empfang in Südtirol muss entscheidend verbessert werden“, fordert Durnwalder.
Er wurde von der Landesregierung damit beauftragt, mit den Mobilfunkanbietern Gespräche zu führen.
"Wir werden das Gespräch mit den Unternehmen suchen und ihnen die Problematik schildern", so der Landeshauptmann. "Wenn sie nicht tätig werden, suchen wir selbst nach Lösungen, um für einen besseren Empfang im Land zu sorgen."
Man sei durchaus auch bereit, Geld für eine Verbesserung des Handyempfangs bereitzustellen, so Durnwalder.
Verbessern will die Landesregierung auch die Breitband-Anbindung. Das Programm zur Verlegung von Glasfaserkabeln soll verstärkt werden.
"Die Hauptachsen in Südtirol sind bereits mit Glasfasern erschlossen, jetzt geht es darum, diese auch in die Seitentäler zu bringen", so der Landeshauptmann.
Das Ziel, bis 2013 alle Gemeinden an das Glasfasernetz anzubinden, um die Voraussetzungen für stabile, schnelle Internetverbindungen zu schaffen, soll schneller erreicht werden.
"Dies ist eine Voraussetzung, wenn sich ein Betrieb in der Peripherie ansiedeln soll", so Durnwalder.
Um die Anbindung zu beschleunigen, hat die Landesregierung auch angedacht, die Glasfaserkabel nicht nur unterirdisch zu verlegen, sondern etwa auch entlang der bestehenden Stromleitungen.
"Nachdem wir bald auch für die Verteilung des Stroms zuständig sein werden, tun sich hier neue, weit kostengünstigere Möglichkeiten der Kabel-Verlegung auf", so der Landeshauptmann.
Um die Probleme auf der "letzten Meile" in den Griff zu bekommen, also bei der Anbindung der Haushalte an bestehende Glasfaserkabelnetze, wolle man mit den Telefongesellschaften in Verhandlung treten.
Hier gelte es vor allem, Telecom Italia an bereits eingegangene Verpflichtungen zu erinnern, so Landeshauptmann Durnwalder, der angekündigt hat, dies schon bald mit Franco Bernabè, dem Generaldirektor des Telekommunikationsunternehmens, besprechen zu wollen.
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