Realgymnasium Meran: Großteil der Schüler für Schulautonomie
In Politik und Schulwelt wird derzeit heftig über einen einheitlichen Schulkalender diskutiert. Die Meinungen gehen auseinander. Am Realgymnasium Meran ist sich der Großteil der Schüler einig: Er fordert die Schulautonomie ein.
Anfang Dezember haben die Schüler des Realgymnasiums „Albert Einstein“ in Meran eine interne Abstimmung über die Vereinheitlichung des Stundenplans für alle Schulen bzw. Kindergärten durchgeführt.
„Das Ergebnis der Umfrage ist eindeutig, mehr als 80 Prozent der über 300 Schüler des Realgymnasiums sprachen sich gegen eine Vereinheitlichung des Stundenplans aus“, gibt der Schülerrat am Montag bekannt.
„Wir finden es eine Frechheit, eine solche Vereinheitlichung vorzunehmen, ohne Schüler, Lehrer und Eltern zu informieren bzw. zu fragen. Schließlich betrifft es in erster Linie sie“, gibt Schülerratsvorsitzender Christoph Gufler gegenüber STOL den Standpunkt der Schüler wieder.
Dabei geht es den Schülern nicht primär um die Fünf- oder Sechs-Tage-Woche, wie Gufler klar macht: „Wir sprechen uns nicht gegen die Fünf-Tage-Woche aus, sondern lediglich gegen das Beschneiden der Schulautonomie. Die Fünf-Tage kann dann ja noch abseits der Vereinheitlichung autonom geregelt werden.“
Die Fünf-Tage-Woche sei nur ins Spiel gekommen, da eben dieses Modell die größte Chance habe, zu gewinnen.
Käme das Modell der Fünf-Tage-Woche zum Einsatz, würde das etwa für die Schüler des Realgymnasiums Meran mindestens zweimal pro Woche Nachmittagsunterricht bedeuten. „So hätte ich in Zukunft noch mehr Stress, weil ich in meiner Freizeit ja auch noch in anderen Vereinen tätig bin“, erklärt Christoph Gufler.
Weitere Nachteile in den Augen der Schüler sind, dass verschiedene Spezialräume, wie Turnhalle oder Labore, so immer besetzt und dass Fahrschüler täglich bis zu mehreren Stunden unterwegs wären.
„Die Busse wären noch überfüllter als sie es jetzt schon sind“, meint Fabian Alber, ein Schüler aus Hafling. Immer mehr Schüler fühlen sich missverstanden. „Als ob die Politiker eine andere Sprache sprechen würden“, wundert sich Fritz Oberhollenzer.