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Artikel vom 02. Juli 2012

Rispoli: „Wir haben ein Auge auf Südtirols rechtsradikale Gruppierungen“

Man habe ein Auge auf Südtirols rechtsradikale Gruppierungen, die Situation sei unter Kontrolle: Das betonte der Leitende Staatsanwalt, Guido Rispoli am Montag.

Rispoli: „Spannungen absurd, Lösung einfach“
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Zuvor hatten bundesdeutsche Medien von „fremdenfeindlichen, ‚exemplarischen‘ Aktionen gegen „außereuropäische Staatsangehörige“ berichtet, die angeblich Neonazis aus Bayern und Franken, aber auch Südtiroler Skinhead-Gruppierungen, in den vergangenen Jahren geplant haben sollen.

Der italienische Inlandsgeheimdienst (AISI) hatte das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in einem Bericht davor gewarnt. Der Bericht war  dem BFV zugespielt worden, da er unter anderem auch Hinweise zu den mörderischen Aktivitäten der Zwickauer Zelle – auch Nationalsozialistischer Untergrund genannt – enthielt (siehe eigenen Bericht).

Aus dem AISI-Schreiben geht angeblich hervor, dass deutsche Neonazis insbesondere aus Bayern und Thüringen seit Jahren enge Beziehungen nach Italien pflegen.

Der inhaftierte mutmaßliche NSU-Helfer Ralf Wohlleben etwa habe mehrfach an Treffen mit Gruppen wie „Skinhead Tirol Sektion Meran“ und „Veneto Fronte Skinheads“ in Italien teilgenommen und Geld übergeben „für die Unterstützung von Kameraden, die sich in Schwierigkeiten befinden“.

2008 hätten zudem Südtiroler Skinhead-Gruppen dem AISI-Bericht zufolge bei einem Treffen mit deutschen Neonazis aus Bayern und Franken „über die Möglichkeit der Durchführung fremdenfeindlicher 'exemplarischer Aktionen' diskutiert und eine detaillierte Kartenauswertung vorgenommen, um Geschäfte ausfindig zu machen, die von außereuropäischen Staatsangehörigen geführt werden“.

Guido Rispoli beruhigt: „Wir beobachten die Situation ganz genau und haben ein wachsames Auge auf die Neonazi-Gruppierungen in Südtirol und ihre Verbindungen nach Deutschland“, so der Leitende Staatsanwalt gegenüber dem „Corriere della Sera“.