Werbung - Redaktion - Montag, 21. Mai 2012
02. Oktober 2011
Helmut Kutin, Präsident der SOS-Kinderdörfer © 2011 APA/EPA Helmut Kutin, Präsident der SOS-Kinderdörfer
Lokal

SOS-Kinderdorf-Präsident mit Südtiroler Wurzeln: Helmut Kutin feiert 70.

Helmut Kutin, Präsident der SOS-Kinderdörfer, feiert am 4. Oktober seinen 70. Geburtstag. Fragt man Kutin nach einem Herzenswunsch zu seinem Jubiläum, äußert sich der gebürtige Südtiroler gewohnt selbstlos: „Ich wünsche mir, dass Kinder und junge Menschen nicht unter Kriegen und den Folgen von Kriegen leiden müssen und dass sich alle Menschen dafür einsetzen, eine friedvollere Welt zu gestalten.“

Zum 70er wolle er „dem Herrgott Dank sagen, dass er ein Leben voller Leben leben und dabei eine bessere Welt für Kinder mitgestalten durfte“.

In Bozen geboren: Kriegswirren reißt Familie auseinander

Helmut Kutin wurde am 4. Oktober 1941 als jüngstes von fünf Kindern einer Rechtsanwalts-Familie in Bozen geboren. Seine Mutter und die älteste Schwester starben, als er noch klein war.

Seinem Vater wurde aufgrund der politischen Situation die Staatsbürgerschaft weggenommen, die Familie wurde in den Wirren des Zweiten Weltkrieges auseinandergerissen. 1953 kam der zwölfjährige Helmut in das erste SOS-Kinderdorf nach Imst.

„Ich war glücklich, ein ganzes Haus für meine Geschwister und mich, eingebettet in ein Dorf für viele Kinder, mein Zuhause zu nennen“, meinte der Jubilar über seinen ersten Tag in dieser weltweit ersten Einrichtung.

Von Beginn an habe er die SOS-Kinderdorf-Familie als eine gute Familie erlebt. „Wir waren Schicksalsgenossen und haben zusammengehalten.“

Pionierarbeit in Asien

1967 begann Kutin im Rahmen von SOS-Kinderdorf International seine Pionierarbeit in Asien. Er baute in Vietnam das erste – damals weltweit größte – SOS-Kinderdorf und sorgte im Anschluss für eine rasche Verbreitung der Idee in Südostasien.

Er übernahm die Leitung des SOS-Kinderdorfs in Saigon, dem heutigen Ho-Chi-Minh-Stadt, musste Vietnam aber ein Jahr nach Kriegsende, 1976, verlassen.

Aufgrund seiner außerordentlichen Leistungen wurde Kutin 1971 zum Asien-Repräsentanten von SOS-Kinderdorf International ernannt. Innerhalb weniger Jahre hatte er in Asien über 50 SOS-Kinderdörfer und weitere 50 Sozialeinrichtungen errichtet.

Seit 26 Jahren Präsident des weltweit größten privaten Kinderhilfswerkes

Seit 1985 ist Helmut Kutin Präsident des größten privaten Kinderhilfswerkes. Hermann Gmeiner, der SOS-Kinderdorf vor 62 Jahren gegründet hatte, schlug Kutin noch zu Lebzeiten als seinen Nachfolger vor.

„Im Rückblick auf 26 Jahre Präsidentschaft im Einsatz für die weltweite SOS-Kinderdorf-Familie empfinde ich Dankbarkeit und Freude“, resümierte der Jubilar.

Er freue sich darüber, diese Familie als Hermann Gmeiners Erbe in dieser Zeit mehr als verdoppelt zu haben.

„Eine besondere Freude ist und war für mich die Öffnung Osteuropas und dass die Idee der SOS-Kinderdörfer sich auch dort so stark verbreitet und verankert hat.“

„Meine Heimat sind die Menschen“

Kutin spricht Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Vietnamesisch. Bis zu 300 Tage im Jahr ist er unermüdlich unterwegs und verbringt seine Zeit am liebsten in Einrichtungen des SOS-Kinderdorfes.

„Meine Heimat sind die Menschen. Heimat ist für mich das Gefühl einer innigen Verbundenheit mit anderen Menschen, die Gutes tun und vor allem Gutes für Kinder tun wollen, die kein Zuhause haben“, sagte der 70-Jährige.

„Also trage ich meine Heimat sozusagen in meinem Reisegepäck mit mir herum, um sie überall dort in der Welt 'auszupacken', wo ich für SOS-Kinderdorf tätig und verantwortlich bin“, fügte er hinzu.

Zahlreiche Auszeichnungen

Im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit wurde Kutin mehr als 50 Mal geehrt. Unter anderem erhielt er den höchsten Königsorden des Königreichs Thailand, das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, den Päpstlichen Orden „St. Gregorius Magnus“ von Papst Johannes Paul II. und das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich.

Die größte Auszeichnung sei für den Präsidenten aber immer noch jeder junge Mensch, der in seinem eigenen Land in seinem Kulturumfeld im Leben bestehen könne. 

apa




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