Über Jahrzehnte hinweg will die Studie CHRIS die Gesundheit tausender Menschen aus der Südtiroler Bevölkerung erfassen. Die erste Phase der Studie, die im August 2011 gestartet ist, geht nun zu Ende.
13.000 Vinschger Haushalten flatterte Ende des Sommers ein Informationsblatt zur Studie in den Postkasten.
Eingeladen wurden zunächst alle volljährigen Einwohner der Gemeinde Schlanders, die restlichen zwölf Gemeinden des Vinschgaus folgen in den kommenden Jahren.
381 Schlanderser haben bislang an der Südtiroler Gesundheitsstudie CHRIS teilgenommen, 2000 sollen es bis Ende des Jahres werden.
Die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Südtiroler
Mit der Studie möchte das Zentrum für Biomedizin der EURAC gemeinsam mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb untersuchen, wie Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie genetische Veranlagungen für weit verbreitete Krankheiten verantwortlich sind.
Die Mediziner wollen untersuchen, welche Faktoren in welchem Zusammenspiel krank machen und welche hingegen Krankheiten entgegenwirken.
Langfristiges Ziel der Studie ist es, die wissenschaftliche Grundlage für eine bessere Vorsorge, Diagnostik und Therapie zu schaffen.
Teilnehmerzahl soll erhöht werden
„Nach der langen Vorbereitungszeit nutzen wir den Abschluss dieser 8-monatigen Pilotphase jetzt dazu eine erste Bilanz zu ziehen, inwieweit die geplanten Vorgänge auch gut funktionieren. Bislang sind wir sehr zufrieden, sowohl was die Anmeldezahlen der Teilnehmer als auch den Ablauf betrifft“, so EURAC-Forscher Cristian Pattaro, der die Studie leitet, und Peter Pramstaller, der Leiter des Zentrums für Biomedizin an der EURAC.
„Unser nächstes Ziel ist es, bis Ende des Jahres 2000 Teilnehmer untersuchen zu können.“
Zu Beginn waren es drei Teilnehmer pro Tag, ab März werden es acht Teilnehmer pro Tag sein, die von den Studienassistentinnen im CHRIS-Zentrum in Schlanders untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten befragt werden.
Weibliche Teilnehmer überwiegen
Der Großteil der Teilnehmer, nämlich 58 Prozent, sind Frauen. Häufig melden sich ganze Familien an, wobei es sich zeigt, dass die Mütter die treibende Kraft sind, da ihnen die Gesundheit ihrer Familie besonders am Herzen liegt.
Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 47 Jahren, wobei die meist vertretene Altersgruppe jene der 40-59-Jährigen ist. Der jüngste Teilnehmer ist 18 Jahre alt, während die bislang älteste Probandin 86 Jahre zählt.
Als Motivation zur Anmeldung gibt der Großteil der Teilnehmer an, die Gesundheitsforschung unterstützen zu wollen.
„Ich mache mit, damit die Gesundheitsvorsorge optimiert wird und die Generation nach mir besser betreut werden kann“, erklärt eine Studienteilnehmerin. Mit ein Grund für die Teilnahme ist auch die Tatsache, dass mit den Analysen eine kostenlose Gesundheits-Untersuchung einhergeht.
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