„Wir sind ein Tirol und gehören zusammen“, hat Landeshauptmann Luis Durnwalder in seiner Rede während der Verleihung der Tiroler Ehrenzeichen am Freitag in der Innsbrucker Hofburg gemeint.
Die „Europaregion Tirol“ stand bei dem Festakt einen Tag vor dem 200. Todestag des Freiheitskämpfers und „Volkshelden“ Andreas Hofer am Samstag im Mittelpunkt.
„Sie ist die Zukunft des Historischen Tirol“, meinte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in seiner Ansprache.
„Wir stehen heute noch zusammen. Die Verleihung ist ein Zeichen der Gemeinsamkeit, Freundschaft und der gemeinsamen, verbindenden Geschichte“, sagte Durnwalder vor Mitgliedern beider Landesregierungen.
Den Start in eine “Ära der intensiven, institutionellen Zusammenarbeit“ sah Platter mit der Europaregion gegeben. „Wir müssen auch Rom sagen, welche Vorstellungen ’wir’ haben. Wir haben eine riesen Chance“, meinte er vor „der gesamten Familie von Ehrenzeichen-Trägern“ und den „Helden von heute, den Erben von Andreas Hofer“.
Neben zwölf Nordtirolern erhielten drei Südtiroler das Ehrenzeichen des Landes Tirol überreicht: Bischof Karl Golser, Maria Niederstätter (Vorstandsvorsitzende der Baufirma Niederstätter) und Adolf Auckenthaler (Generaldirektor a. D. der Südtiroler Landesverwaltung).
Bischof Golser: Einsatz für friedliches Zusammenleben und soziale Anliegen
In der Festrede wurde der Einsatz von Bischof Golser für das friedliche Zusammenleben der drei Volksgruppen in Südtirol nach dem Wahlspruch „Christus unser Friede“ und für soziale Anliegen hervorgehoben.
„Durch sein vielfältiges persönliches Engagement, seine zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen, seine Vorträge und seine umfassende Lehrtätigkeit erwarb sich der anerkannte Moraltheologe Bekanntheit und höchstes Ansehen weit über die Landesgrenzen hinaus.“
Adolf Auckenthaler: Aktiver Ausbau der Autonomie
Auch Adolf Auckenthaler, Generaldirektor a.D. der Südtiroler Landesverwaltung, erhielt das Ehrenzeichen des Landes Tirol.
„Sein Wirken fiel in die Zeit der Umsetzung des neuen Autonomiestatutes, mit der die Übernahme vieler Zuständigkeiten vom Staat und von der Region verbunden war. Hand in Hand musste auch die Landesverwaltung modernisiert werden. Er wurde zur treibenden Kraft für die Ausarbeitung der ersten bzw. zweiten Ämterordnung des Landes“, wurde in der Laudatio hervorgehoben.
Die Weiterentwicklung zur modernen, bürgernahen und transparenten Verwaltung mit vielen Kompetenzbereichen und der Einrichtung dezentralisierter Verwaltungsstellen zähle zu seinen großen Verdiensten.
„Für seinen verdienstvollen Einsatz zum Wohle der Südtiroler Bevölkerung, der auch in seiner Tätigkeit als Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Gossensass spürbar wurde, erhält Dr. Auckenthaler heute das Ehrenzeichen des Landes Tirol“, betonte Landeshauptmann Luis Durnwalder bei der Verleihung.
Maria Niederstätter: Innovationswille gepaart mit ausgeprägtem Sinn für Verantwortung
Aus den Händen Durnwalders nahm heute auch Unternehmerin Maria Niederstätter das Ehrenzeichen des Landes Tirol entgegen. „Maria Niederstätter bewies als Unternehmerin und Kulturförderin über die Jahre Innovationswillen gepaart mit einem ausgeprägten Sinn für Verantwortung für ihre Beschäftigten, ihre Kunden und ihre Mitbürger. Ihr vielseitiges Engagement innerhalb und außerhalb des Unternehmens soll heute mit der Verleihung des Ehrenzeichens eine entsprechende Würdigung erfahren“, betonte der Landeshauptmann in der Festrede.
Neun Ehrenzeichen an…
Die weiteren Ehrenzeichen des Landes Tirol wurden an Karl Handl, Geschäftsführer der Handl Tyrol GmbH, an Helga Broschek, Mitbegründerin und Gesellschafterin der Gebro G. Broschek KG, an Franz Caramelle, Landeskonservator von Tirol im Ruhestand, an Erwin Koler, Landesrat außer Dienst, an Helga Machne, Nationalrätin a. D., an Klaus Madritsch, Landtagsabgeordneter a. D., an Inge Partl, Obfrau des Vereins „Rettet das Kind“, an Hubert Rauch, Gemeindeverbandspräsident a.D. und an Inge Welzig, Geschäftsführerin des Tierheimes Mentlberg verliehen.
Seit dem am 30. November 1955 erlassenen Gesetz des Tiroler Landtages wird die Auszeichnung jährlich an maximal zwölf Personen aus Tirol und Südtirol vergeben. Das Ehrenzeichen des Landes Tirol wird an Persönlichkeiten verliehen, die „durch hervorragendes öffentliches und privates Wirken, insbesondere auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellen oder humanitären Gebiet das Ansehen des Landes Tirol gefördert und sich besondere Verdienste um das Land Tirol erworben haben“. Nach Möglichkeit findet die Verleihung rund um den Todestag von Andreas Hofer am 20. Februar statt.
stol/apa
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