Werbung - Redaktion - Montag, 21. Mai 2012
15. Januar 2010
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Lokal

Trick Nr. 4: Die von einem Verwandten nicht bezahlte Ware

Auf Platz vier der häufigsten Betrugsmaschen in Südtirol steht der Trick mit der Ware, die von einem Verwandten angeblich nicht bezahlt wurde. „Ein Trick, bei dem der Betrüger mit großer List arbeitet“, weiß Ugo Lazzara von der Fahndungsabteilung der Bozner Quästur.

Er muss nämlich nicht nur – wie bereits bei Trick Nr. 3 – den Namen seines Opfers ausfindig machen, sondern auch den eines Verwandten.

Der Betrug besteht darin, seinem Opfer vorzugaukeln, der Sohn oder die Tochter hätte in einem Geschäft etwas gekauft – oft handelt es sich um eine Digitalkamera, einen Computer oder um eine Armbanduhr – und lediglich eine Anzahlung dagelassen. Der Rest des Geldes solle nun die Mutter oder der Vater – also das Opfer – bezahlen.

Da der Betrüger mit List zum Namen des Kindes kommt und ein Telefonat mit demselben fingiert, erscheint die Geschichte dem Opfer plausibel. Es steigt meist darauf ein und ist auch schon bald sein Geld los, so Lazzara.

Die Wahrsager-Masche

„Diese Betrüger nutzen oft ein System, das auch Zauberer und Wahrsager benutzen: Sie lassen ihr Opfer die Informationen selbst unbewusst ausplaudern. Sobald der Betrüger diese Infos dann wiederholt, glaubt das Opfer, als wüsste die fremde Person wirklich Bescheid.“

„Manchmal ist es auch so, dass die Betrüger die eine oder andere Verbindung mit einem Angestellten eines Meldeamtes einer anderen italienischen Region haben, der ihnen dabei hilft, an den Namen des/r Sohnes/Tochters des Opfers zu kommen.“ In den meisten Fällen sei es aber anders.

Bei diesem Trick seien meistens Frauen die Opfer, weiß Lazzara. „Der Betrüger sagt etwa: ‚Schauen Sie, ihr Sohn hat gestern eine Digitalkamera bei mir gekauft. Allerdings hat er sie nur angezahlt. Von den 500 Euro fehlen noch 100 Euro. Die Ware hat der Sohn/die Tochter bereits mitgenommen‘.“

Manchmal, so Lazzara, habe der Betrüger die angeblich angezahlte Ware aber auch bei sich. Dabei handle es sich um gefälschte und wertlose Ware, die oft gar nicht funktioniere.

„Um seine Geschichte noch glaubhafter zu machen, nimmt der Betrüger dann sein Handy zur Hand und erklärt seinem Opfer, dass er nun den Sohn/die Tochter zur Bestätigung anrufen werde. Woraufhin das Opfer unbewusst nachfragt: ‚Sie meinen Andrea (Beispiel)?‘ Und der Betrüger antwortet darauf: ‚Ja, Andrea!‘“

Schon also weiß der Betrüger den Namen des Sohnes/der Tochter. Der Anruf erfolgt wirklich, allerdings meldet sich am anderen Ende der Leitung ein Komplize des Betrügers.

Wie aber kommt es, dass das Opfer dennoch auf den Trick hereinfällt? „Oft stellt sich der Betrüger an eine viel befahrene, laute Straße, hustet und haltet sich sehr kurz.“

In den meisten Fällen reiche der Anruf, um das Elternteil zu überzeugen. „Aber auch, wenn die Mutter sich nicht sicher ist, mit dem Sohn gesprochen zu haben, wird sie in den meisten Fällen auf den Trick hereinfallen: Die Sache ist nämlich so durchdacht, dass man nicht an einen Betrug denkt.“

Lesen Sie am Montag: Trick Nr. 5: Verkauf von elektromedizinischen Geräten

Barbara Raich




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