Werbung - Redaktion - Montag, 21. Mai 2012
18. Januar 2010
© 2010 © 2010 © 2010 shutterstock © 2010 shutterstock
Lokal

Trick Nr. 5: Verkauf von elektromedizinischen Geräten

Der Gesundheit zuliebe lässt man sich auf so manche Dinge ein. Wenn einem dann noch ein Gratis-Geschenk in Aussicht gestellt wird, noch eher. So geht es auch bei Trick Nr. 5: Während einer eigentlich harmlosen Tagung schaffen es die Betrüger, elektromedizinische Geräte zu überhöhten Preisen zu verkaufen. Auch in Südtirol finden solche Tagungen immer häufiger statt.

„Auch hier sind die Opfer meist ältere Leute“, erklärt Ugo Lazzara von der Bozner Polizei. Nachdem der Betrüger bei einem Telefonat festgestellt hat, dass es sich um eine ältere Person handelt, beginnt er mit einem Telefoninterview.

„Dabei holt der Betrüger Informationen über den Gesundheitszustand, etwaige Krankheiten und Wehwehchen sowie Interessen ein.“

Am Ende des Telefonates dann die entscheidende Einladung: Das Opfer wird über eine Tagung informiert, bei der elektromedizinische Geräte ausgestellt werden. Schon allein für die Teilnahme an der Tagung winkt ein Preis.

„Dass es neben der Ausstellung der Ware auch um deren Verkauf geht, verschweigt die Person am Telefon allerdings“, erklärt Lazzara.

Die Aussicht auf ein kostenloses Geschenk ist verlockend. „Das Opfer fällt schließlich auf den Trick herein und geht zur Tagung.“ Diese findet meist am darauffolgenden Sonntag in einem Hotel statt.

„Im Hotel angekommen werden die Personen – ältere Menschen kommen meist mit dem Ehepartner – von einer Sekretärin empfangen und zu ihrem Tisch begleitet. Bald darauf bekommen sie auch schon das versprochene Geschenk und ein Mann im weißen Kittel beginnt mit der Präsentation verschiedener elektromedizinischer Geräte.“

Mann im weißen Kittel mimt den Arzt

Dass der weiße Kittel an einen Arzt denken lässt, ist den Betrügern bewusst. So erwecken sie das Vertrauen ihrer Opfer, die gutgläubig der Präsentation der Ware lauschen.

„Die Geräte werden als Qualitätsware gepriesen, die man nur auf dieser Tagung zu einem besonders günstigen Preis erstehen kann.“ Den Gästen wird vorgegaukelt, das Gerät koste 4000 bis 5000 Euro, sie aber bekämen es auf dieser Veranstaltung zum Sonderpreis von nur 2000 Euro.

„Schon im Vorfeld haben die Betrüger am Telefon sichergestellt, dass das Gerät für das Opfer – das etwa an Rheuma leidet – von Interesse sein kann. Durch das scheinbar gute Angebot fallen viele auf den Trick herein.“

Wie beim Lederjacken-Trick handelt es sich auch in diesem Fall um Ware schlechter Qualität.

„Bei der Kaufentscheidung ist auch das Ambiente, in dem die Veranstaltung abgehalten wird, ausschlaggebend: Die Stimmung ist festlich, es gibt laute Musik. Der erste, der das Produkt kauft, bekommt tosenden Applaus. Die Personen werden nachlässig und lassen sich von den anderen mitziehen“, erklärt Lazzara.

Als Beispiel nennt Lazzara das Hotel Mondschein in Bozen. Dort hätten bereites des Öfteren solche Tagungen stattgefunden. Dagegen machen können die Hotelbesitzer wenig. „Sie können schließlich nicht jeden eingehend kontrollieren, der bei ihnen einen Tagungsraum mietet.“

Wenig Chancen gegen die Betrüger

Gegen solche Firmen könne die Polizei wenig ausrichten. „Es kam bereits vor, dass eine Person Verdacht geschöpft und uns im Vorfeld über eine solche zwielichtige Tagung in Kenntnis gesetzt hat. Wir konnten dann frühzeitig einschreiten und die Veranstaltung von vorne herein verhindern“, erzählt Lazzara. „Die Verantwortlichen werden in so einem Fall wegen versuchten Betrugs und der Bildung einer kriminellen Vereinigung angezeigt.“

Allerdings verliere die Bozner Polizei die Angelegenheit dann aus den Augen. „Das Verfahren wird in jener Stadt abgehalten, aus der die Verantwortlichen kommen. Leider sind die Beweise oft so schwach, dass der Fall fallen gelassen wird.“

Lesen Sie morgen: Trick Nr. 6: Der amerikanische oder der Erben-Trick

Barbara Raich




Hier können Sie den Artikel bewerten
 
On-Tour Fotos zum den Archiv