Ein tödlicher Unfall hat Freitag Nacht in Bozen einen Großeinsatz der Staatspolizei und der Stadtpolizei ausgelöst.
Gegen 23 Uhr war ein Motorradfahrer in der Cagliaristraße bei einem Kiosk auf einen VW Golf geprallt und hatte sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zugezogen.
Unmittelbar nach dem Unfall, bei dem der 18-jährige Moussa Oulachgar am Unfallort starb, postierten sich um das Unfallauto herum mehrere Dutzend Personen - Verwandte und Freunde des Verstorbenen – und griffen den unter Schock stehenden Fahrer an.
Laut unbestätigten Angaben wurde dabei auch ein Fenster des Wagens eingeschlagen.
Die eiligst herbeigerufenen Beamten der Staatspolizei und der Stadtpolizei - insgesamt neun Streifenwagen - mussten den 22-jährigen Bozner vor den äußerst aufgebrachten und wütenden Angreifern beschützen. Er wurde mit leichten Verletzungen umgehend ins Bozner Krankenhaus gebracht.
Angeblich hat der Autofahrer bei einem Wendemanöver den herannahenden Motorradfahrer nicht gesehen. Der Notarzt konnte nichts mehr für den jungen Mann, der lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte, tun. Moussa Oulachgar ist in Bozen geboren. Seine Eltern stammen aus Marokko und leben seit 20 Jahren in Südtirol.
Rettungskräfte flüchten - Chaos in der Ersten Hilfe
Die aufgebrachte Menge griff schließlich auch die Rettungskräfte an. Laut den Rettern gab es an der Unfallstelle einen „noch nie dagewesenen Tumult“, was dazu führte, dass die Besatzung des Notarztwagens die Flucht ergreifen musste, nachdem der Notarzt alle Maßnahmen ergriffen hatte, um das Leben des jungen Marokkaners zu retten.
Die Verwandten und Freunde warfen den Rettungskräften vor, nicht schnell genug am Unfallort eingetroffen zu sein. Als die Lage zu eskalieren drohte, mussten die Rettungskräfte den Unfallort fluchtartig verlassen.
Ein Großaufgebot der Polizei und der Stadtpolizei war notwendig, um die Situation unter Kontrolle zu halten. Beim Streit wurde eine Beamtin tätlich angegriffen und leicht verletzt.
Als sich der heftige Streit spät nachts dann sogar zur Ersten Hilfe im Krankenhaus verlagerte, wo der Autofahrer, aber auch einge der Verwandten und Freunde des Verstorbenen, die in Ohnmacht gefallen waren, behandelt wurden, musste die Polizei auch dort intervenieren, um die Sicherheit in der Ersten Hilfe zu gewährleisten.
Der Autofahrer wurde im Krankenhaus ärztlich versorgt und dann von Polizisten nach Hause begleitet.
Als er auch dort nachts an der Sprechanlage der Eingangstür zu seiner Wohnung verbal bedroht wurde, verständigte er die Polizei, die noch einmal ausrücken musste. Weitere Vorfälle gab es dann jedoch nicht mehr.
Der Autofahrer wird sich vermutlich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten müssen. Über das Ergebnis des Alkoholtests ist noch nichts bekannt.
rb
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