Startseite » Chronik im Überblick » Lokal
Artikel vom 30. Juni 2012
Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Projekt auf eine bessere städtische Verkehrsregelung, auf die Verfügbarkeit von Informationen in Echtzeit und auf die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer.
Im Rahmen des internationalen Workshops „Umweltverträgliche Verkehrsregelung“, der am 27. Juni im TIS stattfand, wurde das Projekt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bis zum Jahr 2030 sollen im Straßenverkehr in Bozen die CO2-Emissionen um 80 Prozent sinken.
Zudem sollen auch die durchschnittlichen Emissionen des Stickoxids, einem der gesundheitsschädlichsten Abgase, gesenkt werden.
Dieses Ziel soll durch die Sensibilisierung der Autofahrer hin zu einer umweltbewussten Fahrweise erreicht werden: Stop & goes sollen vermieden und eine konstante Geschwindigkeit beibehalten werden, ohne abruptes Beschleunigen und Abbremsen.
„Gemeinsam mit dem TIS innovation park und dem ‚Austrian Institute of Technology‘ wollen wir durch das Projekt vor allem jene Verkehrsteilnehmer sensibilisieren, die immer noch tagtäglich zum Privatauto greifen“, betont die Bozner Stadträtin für Mobilität Judith Peintner.
Helfen soll ein innovatives Überwachungssystem: verschiedene Test-Sondenfahrzeuge sollen Daten zur aktuellen Verkehrssituation liefern, und etwa über Staus und stockendem Verkehr informieren.
Die Fahrzeuge messen gleichzeitig auch die Luftqualität der verschiedenen Stadtgebiete. Mit diesen Informationen kann nicht nur das Verkehrskontrollzentrum der Stadt Bozen den Verkehr gezielter regeln, sondern sie stehen auch allen Bürgern und Touristen zur Verfügung.
Diese Informationen gelangen in Echtzeit zu den Verkehrsteilnehmern: Sie sollen ihre Fahrten je nach Verkehrssituation genau planen, und entscheiden können, zu welcher Uhrzeit und mit welchem Verkehrsmittel sie ihr Ziel am schnellsten und am nachhaltigsten erreichen können.
„Nicht immer ist das eigene Auto auch die beste Wahl“, sagt Roberto Cavaliere des TIS innovation park.
„Ganz im Gegenteil: Wenn man auch die Zeit der Parkplatzsuche miteinberechnet, ist man oft mit dem E-Bike oder mit dem Bus viel schneller, und auch viel günstiger, am Ziel.“
Im Rahmen des Workshops „Umweltverträgliche Verkehrsregelung“ wurde unter anderem das Berliner Erfolgsmodell vorgestellt: Durch das Forschungsprojekt “iQ mobility” hat es die Stadtverwaltung geschafft, die Luftverschmutzung Berlins in nur drei Jahren um zehn Prozent zu senken.
Und das allein etwa durch die Regulierung der Ampelzeiten oder durch die Umleitung des Verkehrs in weniger belastete Zonen.
INTEGREEN ist ein experimentelles EU-Projekt, das von der Gemeinde Bozen in Zusammenarbeit mit dem TIS innovation park und dem Wiener Forschungsinstitut Austrian Institute of Technology vorangetrieben wird. INTERGREEN wird kofinanziert vom Umweltprogramm LIFE+.