Die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr soll im Sinne des Artikels 47 des Landesgesetzes vom 18.12.2002, Nr. 5 vollzogen werden. Dieser greift, wenn gravierende Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.Dem vorausgegangen war ein Streit um fehlende Rechnungsbelege in der Jahresabschlussrechnung 2013 der Wehr. Eine bestimmte Ausgabensumme hatte nicht zur Zufriedenheit der Gemeindeverwaltung belegt werden können. Doch nicht erst seither tobt in der 200-Seelen-Gemeinde Waidbruck ein erbittertes Kräftemessen, das nun in der Auflösung der Wehr gipfeln könnte. Streit zieht sich bereits länger hinBegonnen hatte der Zoff angeblich, weil der Bürgermeister Oswald Rabanser den Ankauf eines siebten Feuerwehrautos (sechs stehen bereits in der Garage, dazu ein Mannschaftstransportfahrzeug samt Anhänger) verwehrt hatte. Zum Vergleich: die wesentlich größere Nachbarsgemeinde Klausen hat einen 8 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark.Darauf eskalierte der Streit um die Zuständigkeiten der Feuerwehr zwischen Bürgermeister Rabanser und seinem Vize Norbert Merler (Mitglied der Feuerwehr sowie Bruder des Feuerwehrkommandanten) sowie acht Gemeinderäten die allesamt bei der Freiwilligen Feuerwehr sind. Die Räte legten Mitte Jänner ihre Ämter zurück und bereiteten dem Eisacktaler Dörfchen Neuwahlen im Mai. Dabei wurde Rabanser wiedergewählt, Merler blieb Gemeinderat und der Stunk blieb bestehen. Nächster Streitpunkt: fehlende Rechnungsbelege für Ausgaben in der Höhe von 30.000 Euro.Der Gemeinderat hat daraufhin den Haushaltsvoranschlag der Feuerwehr für 2015 nicht genehmigt.Für Mittwochabend wurden nun die Mitglieder des Gemeinderates in den Sitzungssaal des Feuerwehrgerätehauses geladen. Im Einberufungsschreiben steht die Auflösung der Feuerwehr auf Tagesordnungspunkt zwei. Ausgebremstes Ehrenamt„Das ist nicht nur unverständlich, sondern bedeutet einen schmerzhaften Einschnitt in das soziale Gefüge. Ein Verein mit einer mehr als hundertjährigen Tradition kann schnell aufgelöst werden, aber ihn wieder aufzubauen, ist in der heutigen Zeit eine Herausforderung ohnegleichen. Das Ehrenamt, das sonst schon mit bürokratischen Hürden konfrontiert ist, wird ausgebremst", beanstandete Freiheitlichen-Parteiobmann Walter Blaas.Dienstagabend hat Landesrat Arnold Schuler zu einem weiteren Schlichtungsversuch angesetzt. Mehr dazu lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Tagblattes Dolomiten.ker