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Artikel vom Samstag, 9. Juli 2011

Zwei Südtiroler kommen bei Bergunfällen ums Leben

Zwei Südtiroler sind am heutigen Samstag auf Südtirols Bergen ums Leben gekommen. Am Morgen starb ein 33-Jähriger am Hintergrat des Ortler (3905 m), mittags kam es an der Valbonspitze (2705 m) zu einem weiteren tödlichen Bergunfall, bei dem ein 47-Jähiger sein Leben verlor.


Foto: D

Toni Reinstadler, Einsatzleiter der Bergrettung Sulden. Foto: Walter Wegmann

Toni Reinstadler, Einsatzleiter der Bergrettung Sulden. Foto: Walter Wegmann - Foto: APA/AFP

Ein Blick auf den Hintergrad des Ortler

Ein Blick auf den Hintergrad des Ortler - Foto: D

Die Kletterroute auf der „Valbon“-Kante. Foto: www.tiers.it/

Die Kletterroute auf der „Valbon“-Kante. Foto: www.tiers.it/

Unfall am Ortler

Stephan Mayr (33), der aus Partschins stammte, aber in Meran wohnte, hatte zusammen mit einem Freund auf der Hintergrathütte (2661 m) übernachtet, um am frühen Morgen den Aufstieg in einer Zweier-Seilschaft zu beginnen.

Der Kollege des 33-Jährigen ging voraus und spürte gegen 7.30 Uhr auf einer Höhe von ca. 3700 Metern Zug am Seil.

Als sein Bergkamerad auf seine Zurufe nicht reagierte, ging er einige Meter zurück und sah Stephan Mayr, der beim Aufstieg über Unwohlsein geklagt hatte, ca. sieben Meter unter sich regungslos im Schnee liegen.

Eine andere Seilschaft, die zur gleichen Zeit in der selben Zone unterwegs war, eilte dem Mann zu Hilfe. Als dieser zu Mayr abstieg, gab der 33-Jährige kein Lebenszeichen mehr von sich.

Nach einem kurzen Aufstieg schlug der Mann gegen 7.45 Uhr sofort Alarm. Die Mannschaft des Rettungshubschraubers Pelikan 1 und die Bergrettung Sulden machten sich umgehend auf den Weg.

Da es an der Unfallstelle am Hintergrat laut Toni Reinstadler, Einsatzleiter der Bergrettung Sulden, neblig und windig war, konnte der Pelikan 1 den Schwerstverletzten nicht aus der Luft erreichen.

Ein Bergretter, der im Hubschrauber saß, wurde deshalb auf einer Höhe von 3500 Metern abgesetzt, wenig später wurden zwei weitere Bergretter geholt und ebenfalls auf 3500 Meter gebracht.

Für den Mann kam aber jede Hilfe zu spät. Stephan Mayr war bereits tot.

Da sich das Wetter wenig später besserte, konnte der Rettungshubschrauber den Verstorbenen bei einem dritten Flug schließlich mit einer langen Seilwinde bergen und nach Sulden bringen.

Sein Bergkamerad wurde ebenfalls mit dem Hubschrauber zu Tal gebracht.

Im Einsatz standen auch die Carabineri.

Erst am vergangenen Sonntag war eine 27-jährige Vorarlbergerin beim Versuch, den Berg über die Nordwand zu besteigen, ums Leben gekommen. Ihr Freund erlitt schwere Verletzungen und liegt im Krankenhaus.

Zweiter tödlicher Unfall

Zu einem weiteren tödlichen Unfall kam es am heutigen Samstag gegen 12.30 Uhr an der Valbonspitze unweit der Grasleitenhütte in der Gemeinde Tiers.

Ein 47-jähriger aus St. Pankraz rutschte bei einer Klettertour an der „Valbon“-Kante (Schwierigkeitsgrad 5; Anm.d.Red.) aus, nachdem er den schwierigsten Teil der Route bereits hinter sich gelassen hatte und stürzte ca. 250 Meter weit ab.

Reinhold Schwarz, der mit drei Freunden unterwegs war, starb auf der Stelle. Angeblich soll der Mann zum Zeitpunkt des Unfalls nicht angeseilt gewesen sein.

Die Carabineri haben die Leiche geborgen. Im Einsatz standen auch die Bergrettung Tiers und ein Rettungshubschrauber aus dem Trentino sowie der Rettungshubschrauber Aiut Alpin.

Frau starb im Trentino

Auch im Trentino hat es am Samstag einen tödlichen Bergunfall gegeben. Am Vormittag stürzte in den Dolomiten eine Bergsteigerin auf der "Gran Pilastro"-Route an der Pale di San Martino ab und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.

stol