Samstag, 13. März 2010
24. November 2009
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Lokal

Jeder dritte italienischsprachige Oberschüler kann kaum Deutsch

Die deutschsprachigen Südtiroler Oberschüler beherrschen die Zweitsprache deutlich besser, als die italienischsprachigen: Während lediglich vier Prozent der Deutschen die Zweitsprache nur auf einem elementaren Niveau erlernt haben, sind es bei den italienischsprachigen Schülern 28 Prozent.

Das hat eine Studie ergeben, die das EURAC-Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit gemeinsam mit der Universität Trient, unterstützt vom Deutschen und Italienischen Schulamt, durchgeführt hat.

Vorgestellt wurden die Ergebnisse am heutigen Dienstagvormittag in der Europäischen Akademie in Bozen.

Für das sogenannte KOLIPSI-Projekt wurden in einer Stichprobe bei 1200 Südtiroler Schülern, die im Schuljahr 2007-2008 die vierte Klasse verschiedener Oberschulen besuchten, die Zweitsprachenkompetenzen erhoben.

Laut Studie beherrschen 28 Prozent der italienischsprachigen und vier Prozent der deutschsprachigen Schüler die Zweitsprache lediglich auf einem elementaren Niveau (GERS-A2).

Diese Schüler können Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen.

Sie können sich auch in Routinesituationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von simplen Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht.

Allerdings können sie – der EURAC-Studie zufolge - nur bedingt am Alltagsleben in der Zweitsprache teilnehmen.

Den Schülern, die ein höheres Niveau erreichen, ist das hingegen möglich. Laut der KOLIPSI-Studie erreichen rund 95 Prozent der deutschsprachigen Südtiroler Schüler dieses Schwellenniveau.

Davon sind 44 Prozent in der Lage, die Sprache selbständig zu verwenden; sie können die meisten Situationen bewältigen, denen sie auf Reisen in Italien begegnen und können über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben (GERS-B1-Niveau). 40 Prozent erreichten sogar das nächsthöhere Niveau (B2).

Elf Prozent der deutschsprachigen Schüler haben die höchste Einstufung im Rahmen von KOLIPSI (C1) erhalten. Das bedeutet, dass sie sich in der Zweitsprache spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen können.

Fünf Prozent der italienischprachigen Schüler erreicht Top-Niveau

Von den italienischprachigen Schülern erreichen lediglich 65 Prozent das Schwellenniveau, 47 Prozent wurden auf B1 eingeordnet, 13 Prozent auf B2 und fünf Prozent auf C1.

Auffallend an den Ergebnissen ist das meist negative Abschneiden der Schüler beider Sprachen bei dem Testteil, der der Zweisprachigkeitsprüfung entnommen wurde.

Die Autoren der Studie hoben zudem heute hervor, dass eine gute Zweitsprachenkompetenz keine Garantie für das Bestehen der Zweisprachigkeitsprüfung ist.

Auffällig ist außerdem, dass die Zweitsprachkompetenzen an Fachoberschulen und Lehranstalten beider Unterrichtssprachen deutlich unter jenen an Gymnasien liegen.

Gesellschaftliches Umfeld wichtig für das Lernen von Sprachen

Die Studie hat zudem gezeigt, dass das gesellschaftliche Umfeld der Schüler wichtig für das Erlernen der Zweitsprache ist.

Je mehr Kontakte und je engere Beziehungen die Schüler zu Personen der anderen Sprachgruppe haben, desto positiver sind ihre Einstellungen zu dieser und desto höher ist die Motivation, die Zweitsprache zu lernen.

Während der Kontakt für die deutschsprachigen Schüler eine Möglichkeit zur Verbesserung der Zweitsprachkompetenzen darstellt, ist dies für ihre italienischsprachigen Altersgenossen nicht der Fall.

Wenn deuschsprachige und italienischsprachige Schüler aufeinandertreffen, wird nahezu ausschließlich Italienisch gesprochen.

Die deutschsprachigen Jugendlichen verwenden untereinander in fast allen Bereichen den Dialekt. Das bedeutet, dass auch motivierte italienischsprachige Jugendliche kaum Gelegenheiten haben, ihr Deutsch zu üben.

stol

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