Die Traditionsuniversität Harvard wurde im „Times Higher Education Ranking“ erstmals vom Platz eins der 200 Spitzenuniversitäten vertrieben, auch sonst gab es bei der achten Ausgabe des Rankings zahlreiche Rochaden unter den Top-Hochschulen.
Der Grund: „Times“ hat erstmals den Geisteswissenschaften mehr Gewicht eingeräumt. Eine Folge: Die Uni Innsbruck (2010: Platz 187) ist nicht mehr im Ranking vertreten. Mit der Uni Wien schafft es nur noch eine österreichische Uni unter die Top 200, sie rückte indes von Rang 195 auf 139 vor.
Die erste italienische Uni ist die Uni Bologna, gefolgt von der Universitá Statale di Milano, der Universitá di Milano-Bicocca und der Uni Padua - alle jeweils mit einer Platzierung von 226 bis 250 (Nach der Position 200 werden von der „Times“ nur mehr Platzierungen in Blöcken vergeben; Anm.d.Red.).
Verbesserte Bewertungsmethoden
„Times“ hat erst 2010 nach Kritik am Verfahren wesentlich umfassendere Bewertungsmethoden eingeführt und mit Thomson Reuters ein neues Unternehmen mit der Datensammlung beauftragt.
Die neue Bewertungsmethode basiert auf 13 Indikatoren (Forschung, Lehre, internationale Aktivität etc.) und legt laut „Times“ stärker als bisher Wert auf die drei Schlüsselelemente Forschung, Unterrichtstätigkeit und Wissensvermittlung.
Heuer wurde nun auch versucht, Unis mit Stärken in Geistes- und Sozialwissenschaften stärker zu berücksichtigen. Unis mit Spitzenleistungen in den Naturwissenschaften könnten bisher zu gut bewertet worden sein, weil sie in der Regel mehr Förderungen einwerben, begründet „Times“ die neuen Berechnungen.
Nummer eins ist das California Institute of Technology
Neue Nummer eins ist nunmehr das California Institute of Technology (Caltech), das in allen untersuchten Bereichen gleichbleibend gute Ergebnisse lieferte und zudem ein Plus von 16 Prozent bei den Förderungen verzeichnet hat.
Harvard muss sich seinen ungewohnten zweiten Platz sogar mit Stanford (2010: Platz 4) teilen. Erste nicht-amerikanische Uni ist auf Platz vier Oxford (2010 gleichauf mit Cambridge auf Platz 6). Platz fünf geht wie im Vorjahr an Princeton, Cambridge bleibt auf Platz sechs.
Auf den siebenten Rang zurückgefallen ist das Massachusetts Institute of Technology (2010: Platz 3), das Imperial College of London hat sich um einen Platz auf Rang 8 verbessert und die University of Chicago ist mit Platz neun neu in die Top Ten aufgestiegen. Berkeley muss sich nach dem achten Platz im Vorjahr diesmal mit Rang zehn zufriedengeben.
Beste Uni außerhalb der USA und Großbritannien ist die ETH Zürich, die wie 2010 auf Rang 15 landet. In Asien schneidet die Universität Tokio auf Rang 30 am besten ab.
Die USA sind in dem Ranking weiterhin dominant: Sieben der besten zehn Unis befinden sich in den Vereinigten Staaten, 75 US-Unis schaffen es unter die Top 200. Allerdings weist „Times“ darauf hin, dass viele staatliche US-Unis aufgrund von Budgetkürzungen stark abgerutscht sind.
Großbritannien ist mit 32 Universitäten unter besten 200 vertreten, wobei „Times“ eine „größer werdende Kluft zwischen einer Super-Elite und dem Rest von Großbritanniens führenden Unis“ konstatiert. Stark vertreten sind auch Deutschland und die Niederlande mit jeweils zwölf Unis unter den besten 200, gefolgt von Kanada mit neun und Australien mit sieben.
USA führt Raning an, gefolgt von Großbritannien und den Niederlanden
In einem Länderranking, basierend auf der Gesamtzahl aller Top-200-Unis eines Landes, würden die USA auf Platz eins landen, Großbritannien auf Platz zwei, gefolgt von den Niederlanden, Deutschland, Kanada, der Schweiz, Australien, Japan, Schweden und Frankreich.
Etwas anders fällt eine erstmals durchgeführte Länderreihung aus, bei der die Zahl der Top-Unis mit dem Bruttoinlandsprodukt des Landes in Bezug gebracht wird.
Hier landet Hongkong auf Platz eins, gefolgt von den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz, Schweden, Irland, Dänemark, Israel, Singapur und Neuseeland. Österreich landet ex-aequo mit Südafrika auf Rang 19, die USA schaffen es nicht unter die Top 20.
Die gesamte Wertung gibt es hier.
apa/stol
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