Sonntag, 12. Februar 2012
21. Februar 2010
Regisseur Semih Kaplanoglu mit dem Goldenen Bären © 2010 Regisseur Semih Kaplanoglu mit dem Goldenen Bären Regisseur Semih Kaplanoglu © 2010 Regisseur Semih Kaplanoglu Grigory Dobrygi erhielt den Silbernen Bären  © 2010 Grigory Dobrygi erhielt den Silbernen Bären Jurymitglied Renee Zellweger © 2010 Jurymitglied Renee Zellweger Den Preis für das beste Drehbuch gab es für den chinesischen Regisseur Wang Quan’an © 2010 Den Preis für das beste Drehbuch gab es für den chinesischen Regisseur Wang Quan’an Regisseur Semih Kaplanoglu mit dem Goldenen Bären © 2010 APA/DPA Regisseur Semih Kaplanoglu mit dem Goldenen Bären Regisseur Semih Kaplanoglu © 2010 APA/DPA Regisseur Semih Kaplanoglu Grigory Dobrygi erhielt den Silbernen Bären  © 2010 APA/DPA Grigory Dobrygi erhielt den Silbernen Bären Jurymitglied Renee Zellweger © 2010 APA/DPA Jurymitglied Renee Zellweger Den Preis für das beste Drehbuch gab es für den chinesischen Regisseur Wang Quan’an © 2010 APA/DPA Den Preis für das beste Drehbuch gab es für den chinesischen Regisseur Wang Quan’an
Kino / TV

60. Berlinale: Goldener Bär ging in die Türkei

Dem Goldenen Bären schmeckte der „Honig“. Mit „Bal“ hat erstmals seit 46 Jahren wieder ein türkischer Film den Hauptpreis der Berlinale gewonnen.

Regisseur Semih Kaplanoglu erzählt in seinem poetischen Werk, einer türkisch-deutschen Koproduktion, von einer Kindheit in einer von Zerstörung bedrohten Natur im ländlichen Anatolien.

Der in der Schweiz unter Hausarrest stehende Roman Polanski wurde für seinen Politthriller „Der Ghostwriter“ mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.

Die Darstellerpreise wurden nach Japan und Russland vergeben, der als Mitfavorit gehandelte Österreicher Andreas Lust („Der Räuber“) konnte keinen Bären erjagen.

„Die Jury war klasse. Wir haben relativ schnell ein Ergebnis gehabt, bestimmt schneller als jede andere vor uns“, sagte Jurypräsident Werner Herzog am Samstagabend. Zur Jury gehörten auch Hollywoodstar René Zellweger und Cornelia Froboess.

„Honig“ ist nach „Milch“ und „Ei“ der Abschluss einer autobiografisch geprägten Trilogie über den Dichter Yusuf als kleinen Jungen, Studenten und alten Mann. In dem ganz ohne Musik gedrehten „Honig“ spielt die Natur eine der Hauptrollen. Traumwandlerisch schöne, ruhige Bilder zeigen den Kosmos des Kindes, seine Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste. „Honig“ bekam auch den Preis der ökumenischen Jury.

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül gratulierte Kaplanoglu, zu seinem Erfolg. In einem Telegramm habe Gül das Niveau des türkischen Films gewürdigt, berichteten türkische Medien am Sonntag. Die Türkei freue sich mit dem Filmemacher. Silberne Bären für Darstellung extremer Lebenssituationen.

Der "Silberne Bär" ging an....

Der Silberne Bär für die beste Schauspielerin ging an die Japanerin Shinobu Terajima. Sie spielt in dem Antikriegsfilm „Caterpillar“ (Raupe) von Koji Wakamatsu eine junge Ehefrau, die ihren sadistischen Ehemann pflegen muss, als dieser ohne Arme und Beine aus dem japanisch-chinesischen Pazifikkrieg zurückkehrt.

Den Preis für die besten männlichen Darsteller teilen sich die Russen Grigori Dobrygin und Sergej Puskepalis. Sie spielen in Alexei Popogrebskys „How I Ended This Summer“ (Wie ich diesen Sommer zu Ende brachte) zwei Männer auf einer einsamen Wetterstation in der Arktis. Für seine Kameraführung in dem Film erhielt Pavel Kostomarov einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung.

Den Regie-Preis für „Der Ghostwriter“ nahmen die Produzenten entgegen und richteten eine Botschaft von Roman Polanski aus: „Selbst wenn ich gekonnt hätte, wäre ich nicht gekommen. Denn als ich das letzte Mal zu einem Festival gekommen bin, um einen Preis entgegenzunehmen, bin ich im Gefängnis gelandet.“ Polanski droht in den USA ein Prozess wegen Vergewaltigung.

Den Preis für das beste Drehbuch gab es für den chinesischen Regisseur Wang Quan’an, der mit seiner Tragikomödie „Tuan Yuan“ (Getrennt zusammen) die Berlinale eröffnet hatte. Er erzählt von einem Ex-Soldaten, der einst vor den chinesischen Kommunisten nach Taiwan floh und bei einer Reise in die alte Heimat seine ehemalige Geliebte wiedertrifft.

Den "Großen Jury Preis" erhielt Rumäne Serban

Den Großen Preis der Jury erhielt der Rumäne Florin Serban für sein Jugenddrama „Wenn ich pfeifen möchte, pfeife ich“. Der Film wurde außerdem mit dem Alfred-Bauer-Preis gewürdigt.

Die Jubiläumsausgabe des Festivals erhielt am Ende durchwachsene Reaktionen, blieben doch viele Stars aus und präsentierte sich auch der Wettbewerb insgesamt eher durchschnittlich.

Das Publikum ließ sich davon jedoch nicht abschrecken und sorgte für einen neuerlichen Rekord. Bis zum Festivalende am Sonntagabend wird in Berlin mit fast 300.000 Besuchern gerechnet.




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