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Artikel vom Montag, 4. März 2013

Fritz Langs Klassiker „Das Testament des Dr. Mabuse“ im Filmclub

Im Rahmen der Special-Reihe zeigt der Filmclub in Bozen am 6. März den Spielfilmklassiker von Regielegende Fritz Lang „Das Testament des Dr. Mabuse“ mit Beginn um 20 Uhr.

Unmittelbar nach ihrer Fertigstellung von den Nationalsozialisten verboten, gilt Langs letzte deutsche Produktion vor dem französischen Exil als meisterhafte Parabel auf die Mechanismen des Machtmissbrauchs und die Hybris menschlichen Herrschaftsstrebens.

Inhalt:
Kommissar Lohmann ist beauftragt worden, eine rätselhafte Anschlagsserie aufzuklären, die keinem normalen Muster zu folgen scheint und die das Land stark verunsichert. Nur durch einen Zufall stößt die Polizei auf eine heiße Spur, die direkt in die Nervenklinik von Professor Baum führt. Dort sitzt der dem Wahnsinn verfallene Verbrecher Dr. Mabuse ein und schreibt wie im Wahn einen Plan, mit dessen Hilfe er das Land destabilisieren und so die Macht an sich reißen will – es ist sein Testament. Als Mabuse kurz darauf stirbt, steht die Polizei vor einem Rätsel, denn die Attentate nach den Plänen Mabuses gehen unvermindert weiter. Was die Polizei nicht ahnt: Mabuse hat sich mittels Hypnose des Geistes von Professor Baum bemächtigt und ist dabei, eine Schreckensherrschaft zu errichten…

Die Mabuse-Figur wurde vom Schriftsteller Norbert Jacques erfunden, der in seinem Tagebuch festhält „Ich schrieb in zwanzig Tagen den Roman und trank nach meinem Tageswerk die Nacht hindurch unten mit den Bauern den granatfarbenen Magdalener, den der Wirt selber von Eppan holte. […] In dieser „Phantasia“, die einen Abschnitt der Zeit herausriss, entschied ich mich für die einseitig böse Seite: und die Weltgeschichte, die aus jenen Jahren und Menschen, welche alle selber gerne Mabuse gewesen wären, ihren Ablauf nahm, hat mir recht gegeben.“

Martin Hanni (Kulturredakteur) führt in den Film ein. Im Anschluss an die Vorführung gibt es einen „Magdalener-Umtrunk“ im Foyer des Kinos.