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Artikel vom 24. Mai 2012
Dem geht dessen Geheimniskrämerei nach 15 Jahren Teamwork dagegen schon ordentlich auf die Nerven.
Als der gefährliche Schurke Boris the Animal aus dem Hochsicherheitsgefängnis auf der dunklen Seite des Mondes entkommt, stehen die Men in Black aber einmal mehr gemeinsam unter Zugzwang – diesmal jedoch in einer anderen Zeit, für die die 3D-Technik nicht wirklich nötig gewesen wäre. Kinostart ist am Donnerstag.
Regisseur Barry Sonnenfeld schickt seine coole und erfolgreiche Außerirdischen-Spezialistentruppe nach einer zehnjährigen Pause zum dritten Mal ins Feld, basierend auf einem Drehbuch von Etan Cohen („Idiocracy“).
Da Boris the Animal (Jemaine Clement) in die Vergangenheit reist, um die Geschichte neu zu schreiben und eine außerirdische Invasion in der Gegenwart zu ermöglichen, und Agent K aus dem Bedauern heraus, einst den Oberschurken nicht gleich in die ewigen Alien-Jagdgründe befördert zu haben, ebenfalls das aktuelle Raum-Zeit-Kontinuum verlässt, bleibt Agent J nichts anderes übrig, als sich auch in die späten 1960er zurückzubegeben, um die Welt zu retten.
Dort trifft er auf den jungen Agent K (Josh Brolin), den er nicht nur von seiner Mission aus der Zukunft überzeugen muss, sondern von dem er später auch so einige Geheimnisse dieses Universums erfährt, die er tatsächlich vielleicht nie wissen wollte.
Es ist die Zeit des ersten Mondfluges, die Zeit von Andy Warhols Factory, und mit viel Lust schreibt sich das Team um Sonnenfeld in die jüngere Geschichte ein.
Wenn sich die Men in Black bei einer der berühmten Partys in der Factory wundern, ob hier eigentlich irgendwer kein Alien sei, funktioniert das aus heutiger Perspektive wunderbar als ironischer Kommentar auf jene Zeit – und gleichzeitig darf das seltsame Wunderwesen Griffin (Michael Stuhlbarg) daran erinnern, dass die Dinge von heute und damals immer in Zusammenhang stehen.
Dass schließlich die Story nicht unbedingt völlig logisch wirkt und zwischendurch auch durch ihren ausgeprägten Eklektizismus viel zu überdreht und verwinkelt daherkommt, lässt am Ende leider recht wenig Raum für ein Nachhallen – dem Spaß tut das aber keinen Abbruch.
„Men in Black 3“ wird man als Fan abstruser SciFi-Konstrukte gerne sehen, danach aber wohl halt auch wieder schnell vergessen.
Dennoch muss den Ausstattern des von Steven Spielberg produzierten Fantasyabenteuers ein Lob ausgesprochen werden: Die Details sind liebevoll ausgearbeitet, die Settings gut gewählt (etwa ein Hinterhof-Chinarestaurant als kleines Alien-Paradies) – und Josh Brolin passt einfach perfekt in die 60er Jahre.
dpa