Die ARTbrothers Kraxentrouga – die beiden Künstler Luis Seiwald und Armin Mutschlechner – haben am Donnerstag erstmals den „Alternativen Bürgerpreis Südtirol“ vergeben. Er ging an Karl Berger, Rudi Dalvai und an Sieglinde Holzknecht Regensburger.
Die ARTbrothers Kraxentrouga beabsichtigen mit dem Auszeichnung, „Menschen in den Vordergrund zu stellen, die im Verborgenen große Leistungen für die Gesellschaft und die Menschen erbringen“, erklärte Mutschlechner.
Luis Seiwald unterstrich, dass sich die Kraxentrouga als Mahner und Aufzeiger verstehen, die die Mittel der Kunst einsetzen, um auf Missstände hinzuweisen und Anstöße für den in Südtirol dringend notwendigen offenen gesellschaftlichen Diskurs zu geben.
Der „Alternative Bürgerpreis – Die silberne Kraxe“ wurde im Saal der Journalistengewerkschaft in Bozen von den Kraxentrougarn verliehen.
Drei „silberne Kraxen“ übergeben
Drei „silberne Kraxen“ wurden in Form einer Aufsteckplakette an verdiente Bürger übergeben. Die Preisträger sind Karl Berger, Rudi Dalvai und Sieglinde Holzknecht Regensburger.
Der Bozner Karl Berger wirkt ehrenamtlich für mehr Demokratie, Gemeinsinn und Zivilcourage. Er arbeitet täglich unentgeltlich und in Vollzeit für die „Initiative für Mehr Demokratie“ und ist seit zwei Jahren Vorsitzender der "Ilse Waldthaler Stiftung für Zivilcourage und soziale Verantwortung“.
Karl Berger ist ein engagierter und nachhaltig wirkender Demokrat, der stets freundlich und gelassen ist – ein ausgepsrochener Menschenfreund. Statt im Ruhestand eine ruhige Kugel zu schieben, hat sich Karl Berger mit bewundernswerter Disziplin und Leidenschaft neue Aufgaben gesucht. Ein würdiger Träger für die „Silberne Kraxe“!
Rudi Dalvai bezeichnen die Kraxentrougar als einen „Pionier von internationalem Format“. Der Bozner hat die Idee des fairen Handels nach Italien gebracht und ist maßgeblich daran beteiligt, dass mit CTM Altromercato in Italien eine große und solide Unternehmensgruppe entstanden ist, die sich mit großem Erfolg dem fairen Handel widmet.
Er ist ein glaubwürdiger Botschafter der Maxime „Global denken, lokal handeln“ und ist für viele Menschen ein Vorbild, die davon überzeugt sind, dass eine bessere Welt möglich ist – wenn viele, viele so denken wie Rudi Dalvai!
Sieglinde Holzknecht Regensburger aus Schlanders wurde von einer ganzen Reihe schwerer Schicksalsschläge getroffen. Als Mutter eines Kindes mit einer schweren Beeinträchtigung beim Gehen pflegte sie auch ihren Mann - nach einem Unfall ein schwerer Pflegefall - über zehn Jahren lang mit Hingabe bis zu seinem Tod vor einigen Wochen. In der Zwischenzeit ist auch ihr Vater zum Pflegefall geworden, den Sieglinde Holzknecht Regensburger, unterstützt von ihren Kindern, nun pflegt.
Sieglinde Holzknecht Regensburger ist eine der stillen Heldinnen des Alltags, von denen es viele gibt, die aber höchstens einmal in Sonntagsreden vorkommen und dann wieder allzu oft in einem aufreibenden Alltag allein gelassen werden.
Der Preis
„Die Silberne Kraxe“ wird in Erinnerung an Georg Engl (1951-2011) verliehen.
Damit wollen die Kraxentrouga darauf aufmerksam machen, „dass nicht (nur) jene, die in der Öffentlichkeit stehen die soziale, politische und kulturelle Entwicklung einer Gemeinschaft prägen, sondern dass viele Bürgerinnen und Bürger, die im Verborgenen wirken, die wahren Katalysatoren dieser Entwicklungen sind.“
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