Werbung - Redaktion - Dienstag, 22. Mai 2012
01. Dezember 2011
Der erste Preis ging an die Deutschsprachige Grundschule Sterzing. © 2011 LPA Der erste Preis ging an die Deutschsprachige Grundschule Sterzing. Das Hotel Pupp in Brixen - Foto: Jürgen Eheim © 2011 Das Hotel Pupp in Brixen - Foto: Jürgen Eheim 1. Preis Kunst am Bau: Manfred Alois Mayr - Goldlauf in der Festung Franzensfeste © 2011 1. Preis Kunst am Bau: Manfred Alois Mayr - Goldlauf in der Festung Franzensfeste
Kultur

Lösungen zwischen Fortschritt und Bewahren: Architekturpreis und Preis für Kunst am Bau vergeben

Südtirol sei das ideenreichste und spannendste Architekturlabor in Italien, sagte vor über einem Jahr in einem Gespräch mit den „Dolomiten“ Luca Molinari, Kurator des italienischen Pavillons der zwölften Architekturbiennale in Venedig. Die „Neue Zürcher Zeitung“ widmete der Baukunst im Land vor Kurzem eine ganze Seite. Der Autor Roman Hollenstein behauptete einleitend sogar: „Zeitgenössische Architektur hat in Italien einen schweren Stand. Einzig in Südtirol konnte sich jüngst eine spannende Szene etablieren.“

Am Donnerstagabend wurde im Rahmen des Festes der Architektur der Architekturstiftung Südtirol im Waltherhaus in Bozen der Südtiroler Architekturpreis und der Preis für Kunst am Bau vergeben. 108 Architekturprojekte und 16 Kunstarbeiten wurden in diesem Jahr eingereicht.

„Mit der Vergabe des Südtiroler Architekturpreises wollen wir auf die hochwertige Südtiroler Architektur, die in den letzten Jahren auch über die Landesgrenzen hinaus an Aufmerksamkeit gewonnen hat, hinweisen“, brachte der Präsident der Architekturstiftung Carlo Azzolini das Ziel der Initiative auf den Punkt.

Der im Zwei-Jahresrhythmus ausgeschriebene Südtiroler Architekturpreis wird heuer zum sechsten Mal verliehen. Damit ist er zu einem wichtigen Gradmesser geworden, der die Entwicklung der alpinen Architektur in den letzten zehn Jahren bewertet und dokumentiert.

Die Preisträger

Der erste Preis ging an die Deutschsprachige Grundschule Sterzing (Architekten: CeZ Calderan Zanovello Architekten) mit der Begründung der Jury, dass es sich hier um ein sehr gut durchdachtes Projekt handle, welches neben einer einwandfreien Ausführung auch innovative Ansätze aufweise.

Die Architekten seien imstande gewesen, die Bedürfnisse der Kinder mit Verstand zu erfassen. Beeindruckt war die Jury insbesondere von der Gestaltung der Klassenräume.

Der zweite Platz ging an das Hotel Pupp in Brixen (Architekten: Christian Schwienbacher und bergmeisterwolf architekten), der dritte Preis wurde dem landwirtschaftlichen Gebäude „Greitwies“ in St. Pankraz zugewiesen (Architekten: Theodor Gallmetzer und Manfred Rauch).

Vergeben wurden neben den drei Hauptpreisen weitere sechs Kategorienpreise für: Interior (Privatwohnung in Bozen, Architekt: Christian Schwienbacher), Housing (Wohnbau-Erweiterungszone Kaltern, Architeken: feld72), Infrastructur (Bahnhof Olang-Antholz, Architekt: Walter Dietl), Public (Kindergarten in Terenten, Architekten: feld72), Turism (Freizeitbad Cascade in Sand in Taufers, Architekt: Christoph Mayr Fingerle) und Energy( Neubau Raiffeisenkasse Kastelruth, Architekten: Paul Senoner und Lukas Tammerle).

Zwei Preise für Kunst am Bau

„Der Preis für Kunst am Bau soll in erster Linie die gelungene Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Architekten würdigen, wobei die Suche nach einem Gesamtkunstwerk deutlich spürbar sein soll“, ist die Präsidentin des Südtiroler Künstlerbundes Helga von Aufschnaiter überzeugt.

Der erste Preis ging an Manfred Alois Mayr für den Goldlauf in der Festung Franzensfeste, „der das Zusammenspiel von Architektur, Gebäudefunktion und Kunstwerk auf eine sehr schöne Weise löst“, so die Begründung der Jury.

Es gelinge ihm mit seiner Installation, einen speziellen Orts- und Objektbezug herzustellen sowie Inhalt und Funktion gut aufeinander abzustimmen.

Für eine sehr gewagte Intervention im Landhaus 12 in der Michael-Gamper-Straße von Bozen erhielt Arnold Mario Dall'O den zweiten Preis für Kunst am Bau. In „die eigenartige Geschichte von Pinocchio, dem Spiegel und dem schwarzen Schaf“ nutze der Künstler den Ort und die Architektur als Bühne und stelle sie auch gleichzeitig in Frage.

Die Jury

Eine international besetzte Jury mit den namhaften Architekten Sean Griffiths (London), Hrvoje Njiric (Zagreb) und Alberto Veiga (Barcelona) hatten im Vorfeld die 108 eingereichten Projekte begutachtet.

Eva Gratl (Bozen), Birgit Kornmüller (Linz) und wiederum Sean Griffith prüften die 16 eingegangenen Projekte für den Preis Kunst am Bau.

Der Architekturpreis Südtirol zeichnet jene architektonischen Werke aus, welche gesellschaftliche Tendenzen und Nutzerwünsche zum Ausdruck bringen, innovative Technologien einsetzen und das beste Umfeld für das zukünftige Leben verwirklichen.

Der Preis für Kunst am Bau Südtirol prämiert Kunstwerke welche in Symbiose zu einem Bauwerk gesetzt sind. Die Preise werden vergeben von der Architekturstiftung Südtirol in Zusammenarbeit mit der Kammer der Architekten RLD, Bozen und dem Südtiroler Künstlerbund.

eva/D

Fotos: Architekturpreis und Preis für Kunst am Bau 2011: Die Preisträger

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