Sonntag, 12. Februar 2012
04. März 2010
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Kunst

„F wie Fellin“ – Buchvorstellung und Vortrag

Am 12. März wird das Katalogbuch zur Ausstellung „F wie Fellin" bei kunst Meran vorgestellt. Anlässlich der Buchvorstellung hält der Kurator und Hauptautor des Buches, Prof. Markus Neuwirth von der Universität Innsbruck, einen Vortrag.

Peter Fellin, am 6. September 1920 in Revò im Nonstal geboren, zählt zu den schillerndsten Künstlern der Nachkriegszeit. Er prägt mit seinen religiösen, expressiven Werken die Kunstlandschaft Südtirols nachhaltig. Doch weit darüber hinaus sucht er ständig neue formale Ansätze, die ihn schließlich zur gegenstandslosen Kunst bringen.

Als Bindeglied fungieren „Schriften“, in denen sich Buchstaben zu Klangbilder wandeln. So wie die Musik und ihre visuellen Analogien von großer Bedeutung für ihn sind, lotet Fellin in den verschiedenen Perioden die Grenzen zu anderen Medien aus. Sprach- und Bildspiele in Theorie und Praxis dominieren diese Felder bis hin zu reinen Schriftbildern.

Beobachtet man die Abfolge seiner Veränderungen, so stellt man mit höherem Alter eine Klärung und Konzentration auf die wesentlichen Elemente fest. Typisch für Fellin ist – bei aller Auseinandersetzung mit den internationalen Strömungen – die Fokusierung auf sich selbst, seine Formprobleme und deren Lösung – allein schon mit der Monogrammierung „F“ deutlich gemacht. Dabei bleibt die Suche nach übergeordenten, geistigen Prinzipien, die sich im Kunstwerk konzentrieren, eine Konstante. Diesen Weg ist er konsequent gegangen bis zu seinem Tod am 22. April 1999 in Meran.

„Als ob es nur einen Künstler gäbe, der mit „F“ seinen Namen zum Monogramm verdichten könnte. Beim häufigen, lückenlosen Lösen der Kreuzworträtsel umkreist er mit Buntstift die Buchstaben „F“ im Verband. Im inhaltlich zusammenhanglosen Gemisch der Wörter dient das „F“ als einzige Verortung im Chaos der Welt der Erscheinungen. Im Monogramm „F“ sammelt sich das einzige Ordnungsprinzip des Subjekts, das nach Halt sucht. Euphorisch bezieht Fellin alles und jedes auf sich. Bis zu einem bestimmten Grad müssen dies wohl alle Künstlerinnen und Künstler, sonst hält man dem Druck nicht stand. Seine Biografie verknüpft den kindlichen Verlust von Selbstbewusstsein mit einem anschließenden überwältigenden Gewinn von „Ich“ mithilfe der Kunst." (Markus Neuwirth)

Das Katalogbuch zur Ausstellung „F wie Fellin" bei kunst Meran bringt nicht nur die gezeigten Werke, sondern in Abbildungen viele weitere Arbeiten aus verschiedenen Abschnitten und damit zum ersten Mal eine Gesamtschau seines Schaffens.

Bislang Unpubliziertes, wie etwa die bereits überraschend reifen und technisch brillanten Selbstporträts des Jugendlichen und oder die extremen Hochformate aus den 60er Jahren, werfen ein neues Licht auf den Künstler.

In das Buch sind sieben Fotohefte mit schwarz-weiß Fotos von Oswald Kofler und einem Facsimile von Fellins „Manifest zur II. Natur“ eingelegt.

Die Buchpräsentation mit Marjan Cescutti, Präsident des Südtiroler Kulturinstitut, Karin Dalla Torre, Ressortdirektorin der Abteilung deutsche Kultur der Provinz Bozen und Alfons Gruber vom Verlag Athesia beginnt um 20 Uhr.


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