kunst Meran zeigt vom 6. Februar bis zum 2. Mai eine umfassende Retrospektive über Peter Fellin (* 1920 Revó - + 1999 Meran). Die Ausstellung zeichnet die stilistsch-biografischen Phasen der Jahre zwischen 1937 und 1999 anhand von mehr als 100 Werken verschiedenster Formate und Techniken nach.
Peter Fellin, am 6. September 1920 in Revò im Nonstal geboren, zählt zu den schillerndsten Künstlern der Nachkriegszeit. Er prägt mit seinen religiösen, expressiven Werken die Kunstlandschaft Südtirols nachhaltig.
Beginnend mit Belegstücken der frühen Ausbildungsjahre in der Kunstgewerbeschule Graz, wo Fellin mit dem österreichischen Expressionismus vertraut wurde, wird bereits ein Zentralthema angeschlagen: die Selbstreflexion des Künstlers zuerst über das Selbstporträt, später distanzierter über die Werkreihen der „Schöpfer“ und „Schreiber“.
Die Ausbildung an der Akademie bei Herbert Boeckl in Wien im Anschluss, sowie die expressiven Jahre mit „mystischen“, fast ikonisch-sakral reduzierten Figuren nach dem Krieg in Meran bilden eine weitere Etappe.
Die frühen fünfziger Jahre markieren einen Umbruch nicht nur für Fellin, sondern für seine nähere kulturelle Umgebung, die den Anschluss an die internationalen Entwicklungen sucht. Einen weiteren Abschnitt nehmen die “Schriftbilder“ von ca. 1955 bis 1963 ein, in denen die Auseinandersetzung mit Künstlerpersönlichkeiten, mit dem Wechselverhältnis von Musik und bildender Kunst sowie mit der Verselbständigung der „Zeichen“ im Zentrum steht. Mit repräsentativen – zum Teil sehr großformatigen – Werken soll diese Phase ihre internationale Verankerung erfahren.
Die Wendung zur Monochromie, in der durch zarte Valeurs Tiefenräume entstehen, bestimmt die nächste Periode und mündet schließlich in die „Urformen“.
Über die „Medidationsbilder“ wird der Bogen zu den Plastiken geschlagen, bzw. am Ende der Ausstellung zu den „Feststellungen“.
Sein Werk
Im Zentrum von Fellins Werken und Aufzeichnungen steht annähernd 60 Jahre lang– bei aller Auseinandersetzung mit den internationalen Strömungen – die Fokussierung auf sich selbst, auf seine Formprobleme und deren Lösung.
Dabei ist die Suche nach übergeordneten, geistigen Prinzipien, die sich im Kunstwerk konzentrieren, eine Konstante. Diesen Weg ist Peter Fellin konsequent bis zu seinem Tod am 22. April 1999 in Meran gegangen.
Das eindrückliche Filmporträt von Gottfried Deghenghi aus dem Jahr 1997 in dem Fellin künstlerische Grundsätze und Persönliches reflektiert, bildet den Abschluss des Ausstellungsparcours.