„Fuck all your guns”: Marco Querin ist Glocal Rookie oft he Year
Mit seinem Werk „Fuck all your guns” hat Marco Querin die 2. Ausgabe des Awards für Jungkünstler unter 35 “The Glocal Rookie of the Year“ gewonnen.
Der zweite Preis ging an Younes Baba-Ali mit dem Werk “Tic nerveux”, drei aneinandergereihten Videos.
Der Kunstpreis “The Glocal Rookie of the Year” wurde von der Stiftung Südtiroler Sparkasse und kunStart ins Lebens gerufen, mit dem Ziel, die vielversprechendsten jungen Talente auf internationaler Ebene zu fördern und auf ihrem Karriereweg zu begleiten.
Hier die Begründungen der Veranstalter:
„Inhaltlich teilt das Werk von Marco Querin eine unmissverständliche Botschaft mit. Das Kind und dessen explizite Erklärung gegen die Verwendung von Waffen durch die Geste mit einer Spielzeugpistole ist Ausdruck eines zentralen eher der Welt der Erwachsenen bewussten Problems der heutigen Gesellschaft. Der Künstler bezieht diesbezüglich eindeutig Stellung, indem er die Kritik im kindlichen Spiel drastisch zum Ausdruck bringt. Technisch wird die fotografische Arbeit durch Eingriffe mit Wollfaden und bestickten Textilien unterstrichen und somit der realistische Aspekt der abbildenden Technik durch die Einbringung von handwerklichen Produktionsweisen die an die langwierige und geduldige Konstruktion der menschlichen Handarbeit erinnern, ausgeglichen. Die Zeit scheint im Sinne der Möglichkeit einer Langzeitwirkung und einer bewussteren Aufnahme der mitgeteilten Inhalte unterstützend hinter dem Werk zu stehen. Die Arbeit von Querin zeichnet sich zudem durch sowohl inhaltliche als auch in seiner visuellen Wirkung unmittelbare und direkte Kommunikationsfähigkeit aus und ist hiermit auch das geeignetste der vorgestellten Werke um Leitbild der Kunstart 2011 zu werden.“
Baba-Ali mit “ Tic nerveux”
“Die drei aneinandergereihten Videos mit dem nervösen Klicken ebensovieler Kugelschreiber geben Ton und Rhythmus einer im Ungleichtakt organisierten zeitlichen Sequenz an. Die einfache Geste ist ebenso alltäglich und ‚normal‘ wie das dargestellte Objekt selbst und der Künstler unterstreicht dadurch auf raffinierte Weise die allgemeine Besessenheit und gemeinherrschende zeitliche Neurose des tagtäglichen Lebens. Die Arbeit steht als Metapher für ein westliches Zeitverstehen das immer mehr durch obsessive Wiederholungsprozesse und Hastigkeit bestimmt ist. Bei einer aufmerksamen Beobachtung sollte dem Betrachter trotz der einfachen Umsetzung der Bilder nicht entgehen dass der akustische Effekt dem Bild jeweils leicht zuvorkommt und der Betrachter also immer kurz vorher durch das Tonelement darauf aufmerksam gemacht wird was sich soeben danach auf dem Bildschirm abspielen wird. Die Perzeption von Angst und die Wahrnehmung eines störenden Effekts wird dadurch noch verstärkt und das Werk gewinnt somit an unmittelbarer Kommunikation und Interaktivität bezüglich des Publikums. Die Arbeit ist durch wahnhafte Wiederkehr und lästige Periodizität geprägt und besitzt eindeutig eine subtile Ironie in deren Andeutungen einer mechanischen Sensualität die sich paradoxal und absurd darstellt.“
Alle Preisträger:
1)Marco Querin
2) Younes Baba Ali
3) Antonella Zazzera
4) Matthew Stone
5) Philip Messner
6) Stefano Errighi
7) Jean Denant
8 ) Isabella Ruzzene
9) Franca Giovanrosa
10) Mannavola e Ferrari
11) Mauro Soggiu
12) Arianna Piazza 13) Devis Venturelli