Susanne Barta konzipiert für den Südtiroler Künstlerbund in Zusammenarbeit mit dem RAI Sender Bozen eine Gesprächsreihe, bei der sich Künstler, Kuratoren, Sammler, Galleristen, Kulturmacher und Journalisten spezifisch mit Kunst und ihrem aktuellen Stellenwert auseinandersetzen. Der Auftakt findet am 7. Februar um 19 Uhr in der Galerie Prisma statt.
Unter dem Titel „Hoch die Hochkultur?“ diskutieren Irene Girkinger, designierte Leiterin der Vereinigten Bühnen Bozen, Peter Paul Kainrath, Kulturmanager und Medienunternehmer, Heike Platter, Marketingverantwortliche der Gärten Schloss Trauttmansdorff Meran, S. J. Schmidt, Philosoph und Kommunikationswissenschaftler, Münster (wegen Krankheit abgesagt, stellvertretend wurde die Künstlerin Julia Bornefeldeingeladen) und Letizia Ragaglia, Direktorin Museion Bozen unter der Moderation von Susanne Barta.
Der Journalist Jens Jessen hat in seinem Essay „Hoch die Hochkultur!“ (Die ZEIT, 7. Juli 2011) die Hochkultur zum Maßstab unserer Zivilisation gemacht und plädiert dafür „die Bedürfnisse höherer Bildung privilegiert zu erfüllen.“ Kaum einer traue sich heute noch den Unterschied zwischen Kunst und Kommerz klar zu benennen, es sei üblich geworden zu betonen, dass die Abgrenzung zu Pop- und Massenkultur längst hinfällig geworden sei.
Dass diese Unterscheidungen ungern gesehen werden liegt auf der Hand, ein demokratisches Kulturverständnis verlangt nach einem konsensfähigen Kulturbegriff, nach einem „niederschwelligen Zugang“. In Zeiten knapper werdender finanzieller Ressourcen mehr denn je. Was aber heißt das für die Kunst? Für das Publikum? Für die Veranstalter? Für unsere Gesellschaft? Welchen Kulturbegriff legen wir überhaupt unserer Arbeit zugrunde? Diesen und anderen Fragen wird in dieser Gesprächsrunde nachgegangen. Das Gespräch wird eine Woche später im Kulturabend des Rai Senders Bozen übertragen.