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Artikel vom Dienstag, 10. Januar 2017

Prisma: Ein Maulwurf bin ich

Hanna Battisti eröffnet das Ausstellungsjahr 2017 in der Galerie Prisma in Bozen. Die Ausstellung mit dem Titel „Ein Maulwurf bin ich“ erzählt bescheiden beeindruckend aus dem Leben eines Mannes. Zu den Fotoarbeiten ist eine geheimnisvolle Geschichte entstanden.

Hanna Battisti Ein Maulwurf bin ich. - Foto: Südtiroler Künstlerbund

Hanna Battisti Ein Maulwurf bin ich. - Foto: Südtiroler Künstlerbund

Einhergehend mit der Ausstellung wird das dazu erschienene Kunstbuch vorgestellt. Mit diesem Kunstbuch über Salvatore, dessen Nachname und somit seine Identität man nicht erfährt, erprobt Hanna Battisti in ihrem künstlerischen Schaffen für sich etwas Neues.

Fotografie verschmilzt mit Text

Ihr gewohntes Ausdrucksmedium, die Fotografie, verschmilzt mit einem von ihr verfassten Text. Dabei geht es Hanna Battisti weder im literarischen noch im visuellen Part darum, den Werdegang, einen Lebenslauf, auszuformulieren oder gar darum besondere Ereignisse aus dem Leben einer Person zu dokumentieren und zu einem Ganzen zusammenzufügen.

Ereignisse und Stimmungen in Wort und Bild fassen

Vielmehr werden bruchstückhaft Ereignisse und Stimmungen in Wort und Bild gefasst, die sich erst nach und nach zum berührenden Schicksal erweitern. Dies wird dadurch verstärkt, dass Salvatore selbst nicht ein einziges Mal auf den Fotoarbeiten zu sehen ist.

Junge Frau wird angedeutet

Eine junge Frau wird immer wieder angedeutet: Nacken, Haare und Hände sind zu sehen. Er selbst nicht und trotzdem wird in keiner Weise der Eindruck vermittelt, dass der Protagonist aus seiner eigenen Perspektive berichtet.

Salvatore steht stellvertretend für viele Menschen, die abseits des Lauten, Frenetischen im Stillen leben, ohne Aufsehen und ohne im kollektiven Gedächtnis gespeichert zu werden.

Festhalten von Momentaufnahmen

Hanna Battisti mag es, in die Menschen hinein zu schauen, den Blick hinter die Fassade zu wagen und das Menschliche im Menschen, das im Gewöhnlichen verborgene, sichtbar zu machen.

Der äußere Schein, der oberflächliche Blick auf Gewolltes oder Selbstdarstellung interessiert sie dabei kaum. In ihren Fotoarbeiten versucht sie ganz genau auf etwas Banales zu schauen und Gefühle zum Ausdruck zu bringen, indem sie diese durch Momentaufnahmen festhält.

Grenzen der Wahrnehmung werden entrückt

Neben klassischen Stimmungsmotiven wie Ein- und Ausblicken durch Fenster und Türen oder Sehnsuchtsbildern wie Landschaften, Luftaufnahmen, Meeresansichten oder Stillleben, wie verwelkende Blumen und Tischarrangements, entstehen nüchterne Aufnahmen, die das Liebliche und Romantisierende radikal brechen.

Reifenspuren auf dem Asphalt, zerbombte Häuser und blutender Fisch tauchen wie Irritationen immer wieder auf und holen den Betrachtenden auf den Boden der Realität zurück, sodass die gewohnten Grenzen der Wahrnehmung entrückt werden.

Die Ausstellung wird am 13. Januar um 19 Uhr eröffnet und läuft bis zum 3. Februar. 

stol