Samstag, 31. Juli 2010
11. März 2010
Alfonso Alberti © 2010 Alfonso Alberti
Musik

Wagner, Ligeti und Schumann: Kuhn leitet Haydn Orchester in Bozen

Am 16. März leitet Gustav Kuhn das Haydn Orchester im Konzerthaus Bozen. Auf dem Programm stehen das „Siegfried-Idyll“ von Richard Wagner, das Konzert für Klavier und Orchester von György Ligeti und die Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur, op. 97, „Rheinische“ von Robert Schumann. Solist ist der Pianist Alfonso Alberti.

György Ligeti gehört zu den bedeutendsten Komponisten der neuen Musik. Innerhalb seines Oeuvres nimmt das 1985 bis 1988 entstandene Klavierkonzert eine Schüsselposition ein. Ligeti selbst nannte es sein „ästhetisches Credo“.

Das fünfsätzige Konzert fasst dann auch Ligetis Auseinandersetzung mit dem technischen und ästhetischen Potenzial des Klaviers zusammen. Ligeti suchte einen Weg zwischen den starren Positionen der Avantgarde und der Beliebigkeit postmoderner Zitatspielereien.

In seiner Ausgewogenheit aus rhythmischer Komplexität und quirliger Farbigkeit steht das Werk für Ligetis Idee einer virtuosen und gleichzeitig tiefgründigen Klaviermusik. Es zeichnet sich durch eine kontrapunktische, polymetrische Struktur aus, die klare, messerscharf konturierte Gestalten zeigt und weniger die betörend-dissonanten Nebel seiner Klangflächenmusik.

Ligeti führt die Zuhörer durch Klanglabyrinthe, die Raum schaffen für außermusikalische Assoziationen: „Wenn diese Musik richtig gespielt wird, also in richtiger Geschwindigkeit und mit richtiger Akzentuierung innerhalb der einzelnen Schichten, wird sie nach einer gewissen Zeit ‚abheben’ wie ein Flugzeug nach dem Start: Das rhythmische Geschehen, da zu komplex, um im einzelnen verfolgt zu werden, geht in ein Schweben über“.

Der 1976 geborene Alfonso Alberti gab sein Debüt mit 17 Jahren. Seither konzertierte er vor allem in Italien, Frankreich, Österreich, Bulgarien und Russland. Er gewann renommierte Wettbewerbe, darunter den ersten Preis des Olivier-Messiaen-Wettbewerbs in Paris.

Alberti zeigt ein besonderes Interesse an zeitgenössischer Musik. Er interpretierte Werke von Karl Heinz Stockhausen und arbeitet mit unterschiedlichen, auf zeitgenössische Kompositionen spezialisierten Ensembles zusammen. Neben seiner interpretatorischen Tätigkeit ist der studierte Musikwissenschaftler auch als Musikkritiker aktiv. György Ligetis Konzert für Klavier und Orchester hat Alfonso Alberti zuletzt im Rahmen des Festivals MiTo Settembre Musica gespielt.

Das Konzert am 16. März beginnt um 20.30 Uhr und wird am 16. März um 20.30 Uhr in Trient (Auditorium) wiederholt. Tickets gibt es unter der Telefonnummer 0471/053800.

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