Papst Benedikt XVI. setzt auf die Kulturschaffenden, um den Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise und eines schwindenden gegenseitigen Vertrauens „Begeisterung und Hoffnung" zurückzugeben.
Bei einer Begegnung mit mehr als 250 Künstlern aller Glaubensrichtungen mahnte Benedikt am Samstag in der Sixtinischen Kapelle, die Kunst solle die Begegnung mit der Religion dabei nicht scheuen: „Mit eurem künstlerischen Talent macht ihr gleichsam das Schöpferwirken Gottes sichtbar", erklärte er bei dem Treffen mit der Welt der Kultur: „Der Glaube nimmt nichts von eurem Genie weg."
In seiner reich mit Zitaten gespickten Rede zum Verhältnis von Kirche und Kunst ging Benedikt auf Schriftsteller wie Fjodor Dostojewski und Hermann Hesse sowie auf die Künstler Michelangelo und Georges Braque ein. Er rief alle Kulturschaffenden unabhängig von ihrem Glauben dazu auf, dankbar zu sein für die ihnen geschenkte Gabe und im Bewusstsein der großen Verantwortung zu wirken, „die Schönheit zu vermitteln sowie Verkünder und Zeugen der Hoffnung zu sein". In den Zeiten verstärkter Resignation, Aggressivität und Verzweiflung unter den Menschen könne „wahre Schönheit" wohl einen heilsamen Ruck geben.
Das Treffen in der Sixtinischen Kapelle des Vatikans sollte den Dialog zwischen Kirche und Künstlern neu beleben, wie ihn vor zehn Jahren Papst Johannes Paul II. mit einem Brief an Kulturschaffende angestoßen hatte.
Überwiegend italienische Künstler kamen zu dem Treffen mit Benedikt, darunter der Sänger Andrea Bocelli, der Schauspieler Terence Hill und der Filmemacher Nanni Moretti, der gerade an einem Streifen über einen Papst arbeitet. Aber auch die Architekten Daniel Libeskind (USA) und Zaha Hadid (Großbritannien) sowie aus Deutschland die Regisseure Peter Stein und Philip Gröning („Die Große Stille") hatten sich zu der Begegnung unter Michelangelos Fresken angekündigt. Aus Polen war der Regisseur Krysztof Zanussi angereist.
apa/dpa
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