Sonntag, 14. März 2010
09. Februar 2010
Helga Rabl-Stadler © 2010 APA Helga Rabl-Stadler
Kultur

Salzburger Festspiele: Präsidentin Rabl-Stadler „wütend und traurig“

Die Krise der Salzburger Osterfestspiele greift immer mehr auch auf die Sommerfestspiele über. Seit gestern muss sich Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler mit angeblichen Schmiergeldern beschäftigen, die Firmen an die Technik-Abteilung der Festspiele gezahlt haben sollen, um an Aufträge zu kommen.

Die Nervosität im Festspielhaus ist zum Greifen, der kaufmännische Direktor Gerbert Schwaighofer ist auf Urlaub und „Krisenmanagerin“ Helga Rabl-Stadler gab der APA folgendes Telefon-Interview.

Offensichtlich sind die wirtschaftlichen Unregelmäßigkeiten bei den Sommerfestspielen nicht auf die Person Klaus Kretschmer beschränkt. Was sagen Sie zu den möglichen Schmiergeldern in Ihrem Betrieb?

Rabl-Stadler: Ich werde nicht zu jedem Gerücht Stellung nehmen. Wir haben eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft geschickt. Die ist jetzt am Zug. Und wir haben eine Wirtschaftsprüfungskanzlei mit der Prüfung des Bestellwesens in der technischen Direktion beauftragt.

Gibt es schon Vorergebnisse?

Rabl-Stadler: Nein, der Bericht wird am Montag, dem 22. Februar, vorliegen. Die Prüfer beleuchten speziell jene Felder, in denen Kriminelle ihr Unwesen treiben könnten. Also die Schnittstellen zwischen Osterfestspielen und Sommerfestspielen sowie den Bereich Auftragsvergabe.

Können Sie Schmiergelder in anderen Fällen ausschließen?

Rabl-Stadler: Es wäre schrecklich, wenn sich die Präsidentin als Gerüchtemacherin betätigen würde. Natürlich wollen wir, dass alles restlos aufgeklärt wird. Aber für die Auftragsvergaben im technischen Bereich bin ich nicht zuständig. Unsere Geschäftsordnung unterstellt den Technischen Direktor in künstlerischen Fragen dem Intendanten, in kaufmännischen Fragen dem kaufmännischen Direktor. Laut meiner Information gibt es im Bestellwesen ein durchgängiges Vieraugenprinzip. Das Direktorium wird Stellung beziehen, wenn der Prüfbericht da ist.

Wie reagieren Sponsoren und Geldgeber auf die Situation in Salzburg?

Rabl-Stadler: Es gibt Erklärungsbedarf. Ich versuche, durch eine offensive Informationspolitik zu zeigen, dass wir jedem Verdacht nachgehen. Sie können sich vorstellen, dass ich wütend und traurig bin über die entstandene Vertrauenskrise. Das Wiederherstellen des guten Rufes der Festspiele ist jetzt unsere vordringlichste Aufgabe.

apa

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