Werbung - Redaktion - Mittwoch, 23. Mai 2012
12. Januar 2012
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Multimedia

Anmeldung für neues weltweites Homepage-Namensystem hat begonnen

Im Internet hat eine „Homepage-Namen-Revolution“ begonnen. Seit dem heutigen Donnerstag nimmt die internationale zentrale Internet-Verwaltung ICANN Bewerbungen für die neuen „Top Level Domains“ (TLD) entgegen. Dabei werden als Adressen-Endungen Firmen- oder Städtenamen angehängt.

Unternehmen und Organisationen können unter ihrem Eigennamen dann ganze Internet-Teildomains mit verschiedenen Homepages betreiben.

Privatpersonen bleibt diese Möglichkeit allerdings verschlossen.

Nach Angaben des deutschen Branchenverbands Bitkom gibt es in Deutschland unter anderem Initiativen für die Adressen .berlin, .hamburg und .köln.

Auch Branchen-Domains wie .film oder .hotel seien schon geplant.

„Alle interessierten Institutionen sollten jetzt aktiv werden, wenn sie die neuen Möglichkeiten schnell nutzen wollen“, erklärte Bitkom-Präsident Dieter Kempf.

Bewerbungen können zunächst bis 12. April bei der ICANN eingereicht werden.

Nach Angaben der ICANN-Zentrale macht die rasante Zunahme der Internetnutzer weltweit die Einführung zusätzlicher TLD nötig.

Demnach sind inzwischen zwei Milliarden Menschen online, die Hälfte lebt in Asien.

Die derzeit etablierten Internetadressen-Obergruppen wie org., .gov. .com, .biz oder .net reichen bald nicht mehr aus, um den Bedarf von Unternehmen, Organisationen und staatlichen Institutionen zu decken.

Zeitgleich mit der Einführung der neuen Adressen wird es laut ICANN daher auch eine weitere Neuerung geben: Erstmals werden TLD auch aus Worten in nicht-lateinischer Schrift bestehen können, etwa aus arabischen.

Das neue Angebot, das ICANN-Präsident Rod Beckstrom als „Revolution“ bezeichnete, ist nicht unumstritten.

Einrichtungen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) oder die UNO hatten sich besorgt gezeigt, dass es zu Missverständnissen und Betrug kommen könne.

Vor allem bestehe das Risiko, dass geschäftstüchtige Akteure aussagekräftige TLD „kaperten“, um sie sich für viel Geld wieder abkaufen zu lassen.

Die ICANN betonte jedoch, bei der Vergabe sei für den Schutz bekannter Namen und Marken gesorgt.

Registrierung und Betrieb einer der neuartigen TDL ist mit sehr hohen Kosten verbunden, das Angebot richtet sich deshalb ausschließlich an professionelle Anbieter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und anderen Institutionen.

Allein bei der Anmeldung für das Vergabeverfahren werden laut ICANN 185.000 Dollar (145.258 Euro) fällig, für den Betrieb jährlich weitere fast 20.000 Euro.

Nach Angaben von Bitkom ist es damit außerdem noch nicht getan: TDL-Besitzer operieren als eigenständige Internetanbieter für ihren Adressenbereich und müssen die entsprechende technische Infrastruktur vorhalten und verwalten können.

Das verursacht dem Verband zufolge Projektentwicklungskosten von bis zu 500.000 Euro und jährliche Betriebskosten von bis zu 200.000 Euro. 

apa/afp




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