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Artikel vom Donnerstag, 16. Mai 2013

„Son Of Nor“: Wüstenkrieg made in Südtirol

Felsen mit der bloßen Macht der Gedanken in die Luft heben, feindliche Kreaturen bekämpfen, durch fantastische Welten reisen: Was im wahren Leben nicht möglich ist, lässt sich in Computerspielen ausleben. Der Meraner Julian Mautner hat seine Traumwelt mit „Son Of Nor“ verwirklicht.

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Geschäftsführer und Programmierer Julian Mautner - Foto: stillalive studios

Geschäftsführer und Programmierer Julian Mautner - Foto: stillalive studios

Screenshot aus Son Of Nor - Foto: stillalive studios

Screenshot aus Son Of Nor - Foto: stillalive studios

Auf der Mission, den drohenden Angriff der Sarahul-Armee zu vereiteln, entdecken Spieler von „Son Of Nor“ die vielfältige Wüstenwelt Noshrac, kämpfen gegen Kreaturen der Wildnis oder gegen die Krieger und Magier der Sarahul. 

Telekinese und Terraforming werden dabei ebenso eingesetzt wie Feuerwaffen, um Fallen zu umgehen und auszuschalten und Rätsel zu lösen. 

Mit dem „3rd-Person-Action-Adventure“-Spiel „Son Of Nor“ erschaffen Mautner und sein Team eine Welt, die der Spieler individuell verändern kann - alleine, zu zweit an einem Computer oder auch mit bis zu drei Mitstreitern über das Internet. 

Das Spiel wurde für Windows, Mac und Linux entwickelt und soll im Frühjahr 2014 erhältlich sein. 

Auf der Crowd-Funding-Plattform „Kickstarter“ wird das Spiel derzeit präsentiert. 

Dort hat man bis zum 30. Mai die Gelegenheit, die Entwickler finanziell zu unterstützen und sich Prämien – u.a. das Spiel, den Soundtrack und andere Gadgets – zu sichern. 

STOL hat mit Julian Mautner (25) über das erste Spiel seines Unternehmens „still alive studios“ in Innsbruck gesprochen.

Südtirol Online: Worum geht es in „Son Of Nor“? 

Julian Mautner: Böse Echsen wollen die Vorherrschaft über das Land erringen und greifen die Menschen an. Der Spieler muss das vereiteln. 

STOL: Wie kam es zur Entwicklung des Spiels? 

Mautner: Bereits in der Oberschule habe ich Spiele programmiert, damals war es noch ein Hobby.

Schon damals  habe ich mir ein Spiel gewünscht, in dem der Spieler das Umfeld verändern kann. Es hat mich ziemlich genervt, dass das in keinem Spiel möglich war. Deshalb habe ich mir einen Algorithmus überlegt, mit dem genau das funktioniert.

Seit etwa zwei Jahren arbeite ich  nun mit einigen Südtirolern und einem internationalen Team an „Son Of Nor“. Vor einem Monat habe ich eine Firma gegründet und arbeite jetzt hauptberuflich als Spieleentwickler. 

STOL: Wie gehen Sie an die Entwicklung eines Spieles heran? 

Mautner: Mein erster Gedanke bei der Spielentwicklung ist: Welche Gefühle möchte ich mit dem Spiel vermitteln? Die Mechaniken, die ich haben möchte, in diesem Fall die Telekinese und das Terraforming, sind zentrale Bestandteile.

Die Geschichte des Spiels und die Umgebung kommen dann im Laufe der Entwicklung. Die Gegend, in der sich das Spiel abwickelt, ist mir im Traum eingefallen. 

STOL: Was ist das Besondere an dem Spiel? 

Mautner: Vor allem die Spielmechanik, also das Terraformen und die Telekinese. Die Kombination dieser Fähigkeiten scheint den Leuten zu gefallen. Auch das Teamplay, das im Spiel gefördert wird, kommt sehr gut an.

Manche Funktionen sind nur im Team möglich. Zudem ist „Son Of Nor“ kein reines Actionspiel. Es hat auch zahlreiche Rätsel, die der Spieler lösen muss. 

STOL: Für wen ist das Spiel gedacht? 

Mautner: Vor allem für Vielspieler. Aber ich bin sicher, dass auch Gelegenheitsspieler ihren Spaß daran haben werden. Vor allem, weil man zu zweit an einem Computer spielen kann, und zwar miteinander und nicht gegeneinander. 

STOL: Welche Schwierigkeiten gab es bei der Spielentwicklung? 

Mautner: Die größte Schwierigkeit war es, das Team zusammenzubekommen. Man braucht gute Leute, die sich der Entwicklung verschreiben. Zu Beginn waren es einige Südtiroler Freunde, die zusammen mit mir programmiert haben. Aber das reicht natürlich nicht.

Jetzt arbeiten 16 Programmierer aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Finnland, Ecuador und den USA an „Son Of Nor“. Wir sind täglich über Skype und eine Projektmanagementplattform verbunden und arbeiten von zuhause aus. 

STOL: Wann wird „Son Of Nor“ erscheinen? 

Mautner: Der Start ist derzeit für das Frühjahr 2014 geplant. Kosten soll es ca. 20 Euro. Seit einigen Wochen präsentieren wir das Spiel auf der Crowd-Funding-Plattform „Kickstarter“. Dort kann man sich das Spiel ansehen und die Entwicklung finanziell unterstützen.

Wir möchten 150.000 Dollar einnehmen, um das Spiel fertigstellen zu können. Bis jetzt haben wir, bis auf eine Förderung des Landes Tirol, alles selbst bezahlt. Nun hoffen wir auf starke Unterstützung von Seiten der Gamer.

Interview: Elisabeth Turker

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