Mit Rekordbeteiligung hat am Mittwoch die 19. Internationale Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen in Deutschland begonnen.
Bis zum 4. September zeigen 1100 Direktaussteller aus 42 Ländern die Trends der kommenden Saison. Das sind sieben Prozent mehr Aussteller als 2009. Angekündigt sind 300 Neuheiten rund ums Fahrrad.
Zu sehen sind Zweiräder aller Arten vom Stadt- und Tourenrad über das Mountainbike bis zum Rennrad. Zubehör und Biker-Mode ergänzen das Programm.
Fahrradindustrie und -handel blicken auf der Eurobike zuversichtlich in die Zukunft, auch wenn die laufende Saison wegen des wechselhaften Wetters nicht optimal war.
Stagnierende Stückzahlen beim Absatz werden aber durch höhere Preise wettgemacht.
Denn wer sich ein neues Fahrrad leistet, verlangt den Angaben zufolge mehr Qualität, Beratung und Service und ist bereit, mehr auszugeben.
Das gilt vor allem für Elektrofahrräder, die mit Preisen zwischen 1500 und 2000 Euro immer mehr Abnehmer finden.
Die Verkaufszahlen sollen in diesem Jahr um 33 Prozent auf 200 000 Stück steigen.
Regenponcho und Funktionswäsche - Bekleidung für Radfahrer
Radeln an Herbsttagen ist längst nicht mehr nur das Spezialgebiet von Hartgesottenen. Es wird so viel Fahrrad gefahren wie nie. Der Weg zur Arbeit per Zweirad ist keine Seltenheit mehr.
Und macht der Sommer ein spätes Intermezzo, ist die ausgedehnte Tour bei moderaten Temperaturen sogar angenehmer als in der heißen Jahreszeit. Passend zur Launigkeit des Wetters sollten Pedaltreter flexibel gekleidet sein - ob auf Tour oder dem Weg zur Arbeit.
Wobei stets gilt: Dem ambitionierten Freizeitfahrer bleiben mehr Möglichkeiten als demjenigen, der bei Herbststurm im Business-Dress zur Arbeit muss. Auf dem Weg ins Büro hilft klassischerweise der Poncho oder die Kombination aus Regenjacke und Hose zum Überziehen.
Einige Hersteller haben für das kommende Jahr unauffällige „Funktionsbekleidung für den Alltag“ angekündigt, sagt Alexandra Kirsch, Chefredakteurin des Magazins „Radwelt“.
Doch in volle Montur wird man sich weiterhin wohl eher für die Fahrradtour und das Sportevent werfen.
Ponchos haben den Vorteil, relativ preiswert zu sein. Der Überhang hängt vorn über dem Lenker. So werden Körper, Oberschenkel und Arme vor Regen geschützt. Spritzwasser von unten hält er anders als die Kombination aus Jacke und Hose indes nicht ab.
„In meiner Tasche finden sich immer sogenannte Rainlegs“, sagt Kirsch. Die Hosenvorderteile werden mit Gummiclips wie eine Schürze umgebunden und schützen dort, wo der meiste Regen hinkommt. Rundum ist das Bein allerdings nur mit der wasserdichten Überziehhose geschützt.
Eine wahre Materialschlacht können sportlich ambitionierte Fahrer ausfechten. Das Angebot reicht von sonnenlichtdurchlässigen Handschuhen für Fans konturenloser Körperbräune bis zu einer Regenschirmkonstruktion für Liegeräder, die sich ein Hersteller für die Eurobike hat einfallen lassen.
Doch wichtiger als solche Nischenprodukte ist die Grundregel des Zwiebelprinzips. Das Kleiden in Schichten sorgt für den Abtransport von Schweiß und beugt Erkältungen im Fahrtwind vor.
„Wer sich so kleidet, kann sich dem Wetter anpassen“, sagt Michael Wild vom Generalimporteur für Shimano-Produkte Paul Lange in Stuttgart.
Damit der Schweißabtransport funktioniert, wird Radlern von Baumwollprodukten abgeraten. Diese saugen sich lediglich voll. Einschlägige Hersteller haben deshalb vorwiegend Unterwäsche und Trikots aus Synthetik im Angebot, auch wenn das Material stärker zu Geruchsbildung neigt.
Groß ist laut Lange das Hersteller-Angebot diesen Herbst an Trikots und Jacken aus Gore-Tex. Für das atmungsaktive Material, das Regen zudem weitestgehend abhält, muss allerdings recht tief in die Tasche gegriffen werden.
„Ab rund 250 Euro“, nennt Wild den Einstiegspreis für eine der Funktionsjacken. Noch besser als jeder Stoff funktioniert bei der Schweißabfuhr laut ADFC Kleidung mit Lüftungsöffnungen.
Gegen Wind und Wetter helfen auch findige Detaillösungen. So empfehlen sich Kapuzen, die der Kopfdrehung folgen. Ein integrierter Schirm ist vor allem für Brillenträger praktisch. „Um die Gläser frei von Tropfen zu halten, tut es auch eine Baseball-Kappe“, sagt Kirsch.
Die Expertin empfiehlt Gamaschen als Ergänzung zur Regenhose und Armlinge für frische Morgenstunden. Diese seien vor allem in der Übergangszeit geeignet, „wenn es erst gegen Mittag warm wird“.
Besonders multifunktional ist ein Schlauchtuch, das um den Hals getragen wird. Bei plötzlichem Kälteeinbruch könne es auch als Gesichtsmaske getragen werden, sagt Kirsch. Wasserdichte Socken und Regenabdeckung für Rucksäcke tun das Übrige.
Bei all den Kleidungsvarianten darf die Sicherheit nicht vergessen werden: Radfahrern rät der ADAC vor allem in der trüben Jahreszeit zu besonders heller Kleidung. Farben wie Weiß, Gelb, Orange und Neontöne absorbierten weniger Licht - Modefragen treten beim Thema Sichtbarkeit in den Hintergrund.
Hilfreich ist laut ADAC auch alles, was leuchtet - von eingearbeiteten Reflektoren bis zu blinkenden Lämpchen, die an der Kleidung befestigt werden können. Das dürfen laut dem Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) in Bad Soden gern auch Stirnlampen sein, wie sie Bergleute tragen.
dpa
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